Eisenstadt. – Im Gespräch mit der Heute-Zeitung übte Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) scharfe Kritik an der Bundesregierung und rückte dabei auch FPÖ-Chef Herbert Kickl in den Fokus. Doskozil sieht in ihm trotz hoher Umfragewerte keinen starken Oppositionsführer. Auf die Frage nach den jüngsten Umfragen meinte Doskozil: „Bei dieser Regierung als Gegenüber, ist Kickl mit 33 Prozent schwach. Die FPÖ könnte schon bei 40 Prozent liegen.“ Zur Erinnerung: Die FPÖ hat im Sommer bereits an der 40-Prozent-Marke gekratzt (FREILICH berichtete).
Polarisierung durch persönliche Angriffe
Auf persönliche Attacken Kickls reagierte der Landeshauptmann gelassen. Der FPÖ-Chef hatte ihn als „Kim Jong Doskozil“ bezeichnet. Dazu sagte der SPÖ-Politiker: „Es gibt mir die Bestätigung, dass wir offenbar vieles richtig machen“.
Mit Blick auf die aktuelle Regierung erklärte er jedoch, dass diese zunehmend das Vertrauen der Menschen verliere. Auf Wahlplakate zu schreiben: „Arbeit muss sich lohnen“, „Mieten müssen sinken“, „Reformen bei Gesundheit und Bildung“ – das sei das Bild, das die Politik in den letzten Jahren abgegeben habe. „Passiert ist nichts“, so Doskozil.
Insbesondere bei Inflation und Mieten kritisiert er die Maßnahmen des Bundes: „Die Mieten steigen so rapid, da frage ich mich jeden Tag: Wie sollen sich die Menschen das leisten können? Es geht ans Eingemachte, wenn man die galoppierenden Preise sieht.“ Der Mietpreisdeckel, den es jetzt auch auf Bundesebene gibt, ist für Doskozil keine Errungenschaft. Für ihn geht dieser „in Wahrheit am Thema vorbei“.


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