Demografie und Einwanderung: Sachsen-Anhalt im Multikultiexperiment

Die Ostdeutschen werden immer älter und weniger. Der Mangel an eigenen Geburten wird seit der Grenzöffnung 2015 durch den Zuzug von Menschen aus dem afrikanischen und arabischen Raum kompensiert. In seiner Analyse für FREILICH veranschaulicht Kevin Naumann diesen Effekt am Beispiel des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, der Hochschulstadt Halle und eines Vergleichslandkreises.

Analyse von
6.2.2024
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5 Minuten Lesezeit
Demografie und Einwanderung: Sachsen-Anhalt im Multikultiexperiment
Multikulti-Demo in Magdeburg© IMAGO / Jan Huebner

Nach dem Beitritt im Jahr 1990 lebten in Sachsen-Anhalt 2,87 Millionen Menschen, zehn Jahre später 2,61 Millionen, die letzte offizielle statistische Zahl stammt vom 30.06.2023 und weist eine Gesamtbevölkerung in Höhe von 2,18 Millionen aus. Damit ist die Bevölkerung des ostdeutschen Bundeslandes in den letzten 33 Jahren um 25 Prozent geschrumpft. Der Bevölkerungsrückgang, der in erster Linie aus dem Geburtendefizit der eigenen Bevölkerung resultiert, ist soweit bekannt. Entscheidend ist jedoch die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung heute, wobei die Landkreise entgegen den Erwartungen kein besseres Bild abgeben als die kreisfreien Städte Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau.

Während im Jahr 2000 landesweit zwei Prozent und in Halle drei Prozent Ausländer lebten, sind es heute sieben Prozent beziehungsweise 14 Prozent. Im Burgenlandkreis lag der Ausländeranteil im Jahr 2000 bei knapp einem Prozent, am 31.12.2022 bei acht Prozent. In absoluten Zahlen verlor der Landkreis seit dem Jahr 2000 unter dem Strich 56.578 Deutsche, die Zahl der Ausländer stieg im gleichen Zeitraum um 11.306. Zum Vergleich: Halle verlor im gleichen Zeitraum 30.546 Deutsche und „gewann“ 24.893 ausländische Staatsangehörige hinzu. Vor allem in der Altersgruppe der unter Zehnjährigen, die die Zahl der Neugeborenen umfasst, macht sich der Bevölkerungsaustausch bemerkbar.

Halle: ein Viertel nicht-deutsche Neugeborene

Wurden im Jahr 2000 in den halleschen Krankenhäusern noch 1.989 deutsche und 106 ausländische Kinder geboren, so waren es im Jahr 2022 nur noch 1.402 deutsche und bereits 480 ausländische Kinder, was eine Verfünffachung des Ausländeranteils an den Geburten auf 25 Prozent bedeutet. Auf dem Land sieht es ähnlich aus: Der Burgenlandkreis verzeichnet eine Versiebenfachung des Ausländeranteils bei den Geborenen (2000: zwei Prozent / 2022: 14 Prozent). Wie wird diese Entwicklung im Jahr 2033 aussehen? Dann wird bei unveränderter Politik der Anteil der deutschen Bevölkerung wieder abnehmen und der Anteil der Ausländer weiter zunehmen.

Hinzu kommt, dass die Geburtenrate nicht-deutscher Frauen höher ist. Während eine deutsche Frau im Durchschnitt 1,36 Kinder zur Welt bringt, bekommen Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit seit 2015 mindestens zwei Kinder (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung). Die Statistikstelle der Stadtverwaltung Halle geht in ihrer Prognose für das Jahr 2033 von einer Gesamtbevölkerung von 228.441 aus (minus 13.462 gegenüber 2022). Geht man zusätzlich von einem jährlichen Anstieg des Ausländeranteils um ein Prozent aus, kann der Ausländeranteil im Jahr 2033 bis zu 25 Prozent betragen.

Der Bevölkerungsaustausch findet statt

Noch spannender stellt sich die Situation in den einzelnen Altersklassen dar. Differenziert man die Altersklassen nach Staatsangehörigkeit, so zeigt sich ein deutlicher Anstieg des Ausländeranteils in den letzten zehn Jahren. In Halle (an der Saale) stieg der Ausländeranteil in der Altersgruppe „0 bis unter 18 Jahre“ innerhalb von zehn Jahren von fünf auf 22 Prozent, in der Altersgruppe „18 bis unter 35 Jahre“ von acht auf 23 Prozent. Die Entwicklung im eher ländlich geprägten Burgenlandkreis zeigt ein nicht weniger dystopisches Bild: Die Gruppe der „0- bis unter 18-Jährigen“ stieg im gleichen Zeitraum von zwei Prozent auf zwölf Prozent, die Gruppe der „18- bis unter 35-Jährigen“ von sechs Prozent auf 19 Prozent.

Bei der Betrachtung des Ausländeranteils im Bundesland Sachsen-Anhalt fällt auf, dass dieser seit dem Jahr 2000 bis zur politisch verursachten Migrationskrise ab 2015 auf einem konstanten Niveau lag (kreisfreie Städte: drei bis vier Prozent / Landkreise: ein bis zwei Prozent). Daraus ergibt sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Grenzöffnungspolitik im Jahr 2015 und der aktuellen Situation.

Die Folgen des Experiments

Soweit die für jedermann zugänglichen Daten und Fakten des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt. Doch was lässt sich aus den Tabellenwerten ableiten? Eine derzeit noch vorhandene deutsche Mehrheit in Ostdeutschland sieht sich einer durch den massiven Zuzug kulturfremder Menschen verjüngten Gesamtgesellschaft gegenüber. Anders als zum Beispiel jüngst im gewohnt linksliberalen „Deutschlandfunk Kultur“ am 06.11.2023 behauptet, ist die Migrationsfrage in Verbindung mit dem eigenen demografischen Problem sehr wohl die Mutter aller Probleme der Gegenwart. Dies wirkt sich auf die meisten Bereiche der Politik und des täglichen Lebens aus. Hier sind vor allem die Bereiche Bildung und Sicherheit zu nennen.

Dass das Migrationsproblem in Halle längst zu einem Sicherheitsproblem geworden ist, stellt sich heute wie folgt dar: Weit über 300 registrierte Straftaten, die seit einigen Jahren überwiegend von „jungen Männergruppen“ begangen werden. Der Trick der Medien: Es wird stets verallgemeinernd von „Jugendgewalt“ gesprochen, was als Abstraktion zu einer Verschiebung der Verantwortungsebene führt. Die Verantwortung für Gewaltdelikte gegen „Almans“ liegt nun offiziell bei „der Gesellschaft“ und ihren Strukturen. Man sehe kein Migrationsproblem, so die linke Mehrheit im Stadtrat. Die Kommunalpolitik ist nicht in der Lage, die Probleme zu lösen und beschränkt sich darauf, die Ressourcen in den Bereichen Sozialarbeit und Ordnungsamt aufzustocken. Mehr Sozialarbeit und ein präsenter Ordnungsdienst sollen das Schlimmste verhindern.

Zur gegenwärtigen Realität gehört, dass die aktuellen demografischen und migrationsbedingten Entwicklungen von den Herrschenden nicht als problematisch erkannt werden. Gewalttaten, oft bereits mit Todesfolge, werden als Einzelfälle behandelt oder gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Im Gegenteil, das Narrativ lautet: Massenmigration an sich ist alternativlos, sie muss nur besser reguliert und gesteuert werden. Selbst die als „ultrarechts“ bezeichnete italienische Ministerpräsidentin Meloni sprach kürzlich in einem fingierten Telefonat davon, dass die Migrationskrise nicht gelöst werden könne. Die vielbeschworene europäische Lösung sei „aufgrund politischer Ermüdung“ nicht in Sicht. Es fehlt also der politische Wille, die Kräfte zu bündeln, um die Tore nach Europa zu schließen, die Schlepperwirtschaft im Mittelmeer zu beenden und die seit 2015 eingewanderten, bevölkerungsverändernden Massen ethnisch und kulturell Fremder massenhaft in ihre jeweiligen Heimatländer zurückzuführen. Damit wäre aber nur ein Teilproblem gelöst. Die Gefahr einer sich beschleunigenden Islamisierung der Gesellschaft wäre vielleicht gebannt, aber es würde kein einziges deutsches Kind mehr geboren werden.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel

Der angedeutete Sinneswandel hin zu Pflichtwerten wie Familie als intergenerationell verstandenes Gefüge zwischen Vorfahren und Nachkommen entspräche einer Präferenzverschiebung. Das heißt nicht, dass die Gruppe der Jüngeren heute keinen Wert auf traditionelle Werte wie Familie legt, aber das Aussterben des eigenen Volkes und die Übernahme des Landes durch Fremde geht im Strudel der permanenten Selbstverwirklichung unter. Solange der Einzelne dadurch keine materiellen Nachteile erleidet, wird das gesellschaftliche Problem nicht als eigenes erkannt.

Das aktuelle Paradigma des permanenten Fortschritts führt häufig zu der Einschätzung, dass ehemals verbindliche traditionelle Normen und Werte zu Recht verschwinden und durch effektivere ersetzt werden. Sie verlieren ihre Gültigkeit. Auf der persönlichen Ebene mögen Sinn und Erfolg produziert werden, gleichzeitig aber auch Abstieg, Angst und Enttäuschung. Volk, Familie und Gemeinschaft werden erst dann wieder als Gewinn empfunden, wenn die Formen der gegenwärtigen kulturellen Hegemonie zerfallen, wenn sie keine gesellschaftsprägende Kraft mehr haben. Es geht also nicht nur um das Ende des multikulturellen Experiments, sondern auch um uns selbst.


Zur Person:

Kevin Naumann, Jahrgang 1988, ist ein Patriot aus Mitteldeutschland. Der Familienvater aus Halle bezeichnet sich selbst als Sozialpatriot.