Rechnerisch unmöglich

Doch Doskozil legt sich auf „Ampel“ fest

Am Donnerstag erklärte der burgenländische Landeshauptmann, der sich um den SPÖ-Vorsitz bewirbt, eine Koalition jenseits von FPÖ und ÖVP bilden zu wollen. Laut Umfragen bleibt das ein hehrer Wunsch.

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Doch Doskozil legt sich auf „Ampel“ fest
Hans Peter Doskozil (SPÖ)© Manfred Werner (Tsui), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Wien/Eisenstadt. - Die Debatte um den SPÖ-Vorsitz ist eskaliert, 73 Kandidaten bewerben sich um den Chef-Sessel. Ausgangspunkt der ewig jungen Debatte um eine Abläse von Pamela Rendi-Wagner war eine von Hans Peter Doskozil in Auftrag gegebene Umfrage, wonach seine Partei mit ihm an der Spitze die Wahl gewinnen könne. In diesem Fall würde er eine rot-grün-pinke „Ampel“ bevorzugen. Am Donnerstag schloss er eine Koalition mit der FPÖ endgültig und eine mit der ÖVP weitgehend aus, wie der ORF berichtete.

Besser als rote Konkurrenten – chancenlos gegen FPÖ

Doch eine aktuelle Market/Paul-Lazarsfeld-Umfrage weckt Zweifel: So schneidet die Doskozil-SPÖ (25 Prozent) zwar besser ab als manch Widersacher – gegen die FPÖ (28 Prozent) bliebe er aber chancenlos. Angesichts der Werte der anderen Parteien – ÖVP 20 Prozent, NEOS zwölf Prozent, Grüne zehn Prozent – bleibt allerdings ein Wermutstropfen für Doskozil. Denn die rot-grün-pinke „Ampel“ hätte auch mit ihm keine Mehrheit – und er könnte zu einer blau-roten Koalition verdammt sein, um blau-schwarz zu verhindern.

Freilich: Die Werte sind besser als mit Traiskirchen-Stadtchef und NÖ-Bundesrat Andreas Babler – mit dem Favoriten der Parteilinken käme die SPÖ nur auf 16 Prozent, die FPÖ hingegen auf 31 Prozent, die ÖVP auf 22 Prozent. Grund ist ein Exodus linksliberaler Wähler: NEOS (13 Prozent) und Grünen (elf Prozent) profitieren leicht. Rendi-Wagner hingegen käme auf 21 Prozent – ebenfalls weit hinter der FPÖ, die dort auf 29 Prozent kommt. Somit sind Doskozils Werte letztlich ein parteiinterner Pyrrhussieg.

Roter Trend nach unten in Wählergunst

Über die letzten Monate gerechnet zeigt sich – unabhängig der Parteichef-Frage – dass die SPÖ ihren Kredit beim Volk verspielt hat. Denn noch Ende August stand sie, wohl auch wegen der Themenlage, mit 30 prozent in Umfragen auf dem ersten Platz, hatte einen Acht-Prozent-Polster auf die FPÖ. Dies hat sich nun umgekehrt, bei den Landtagswahlen in Niederösterreich und Kärnten verlor die SPÖ als einzige Partei in beiden Bundesländern.  

Würde am Sonntag gewählt, könnte Österreich erstmals einen freiheitlichen Kanzler bekommen – vorausgesetzt der grüne Bundespräsident legt sich nicht quer. Tatsächlich hatte Alexander Van der Bellen in der Vergangenheit mit der Möglichkeit kokettiert, die Kickl-Partei beim Regierungsauftrag einfach zu übergehen. Rechnerisch könnte ihn die normative Kraft des Faktischen dabei aber bremsen.

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