Schwerin. – Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel und der Leiter der Verfassungsschutzabteilung, Thomas Krense, haben vor wenigen Tagen den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2024 vorgestellt. Neben einem Anstieg rechtsextremer Tendenzen unter Jugendlichen rückt der Bericht die islamistische Szene im Land – und dort insbesondere den Salafismus – in den Fokus.
Herkunft der Akteure im Fokus
Laut Bericht blieb das islamistische Personenpotenzial in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 180 Personen im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der Verfassungsschutz legt dabei einen besonderen Fokus auf die salafistischen Netzwerke, die vor allem in Rostock und Güstrow aktiv sind.
Laut dem Verfassungsschutzbericht ergibt sich eine klare Schwerpunktverteilung hinsichtlich der Herkunft: „Nahezu die Hälfte der Salafisten im Land stammt aus Syrien, über ein Viertel aus dem Nordkaukasus.“ Die Behörden registrieren dabei insbesondere lose Netzwerke und Einzelpersonen, die öffentlich kaum in Erscheinung treten.
Strategien zur Radikalisierung
Dem Bericht zufolge verbreiten islamistische Akteure ihre Inhalte zunehmend über digitale Kanäle. Dabei setzen sie auf niedrigschwellige Ansprachen, um Jugendliche mit religiös-extremistischen Botschaften zu erreichen. In einzelnen Fällen wird diese ideologische Bindung durch Alltagshilfen und religiöse Beratung gefestigt.
Die größte Gefahr im Bereich des islamistischen Terrorismus geht laut dem Verfassungsschutz auch weiterhin von Einzeltätern aus. Dies habe sich auch im Jahr 2024 mit Anschlägen in Mannheim und Solingen gezeigt. In Mecklenburg-Vorpommern selbst blieben Hamas-Sympathien auf den digitalen Raum beschränkt, es wurden keine öffentlichen Aktionen mit direktem Bezug zur Organisation festgestellt.
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