Der Messermord von Mannheim – Ursachen und Konsequenzen

Der Messerangriff eines jungen Afghanen auf eine islamismuskritische Kundgebung in Mannheim und damit auf Michael Stürzenberger und weitere Teilnehmer sowie Polizisten hat über die Grenzen hinweg Bestürzung ausgelöst. In seinem Kommentar für FREILICH versucht der AfD-Politiker und Polizist Nikolaus Kramer eine differenzierte Betrachtung der Ereignisse in Mannheim.

Kommentar von
4.6.2024
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3 Minuten Lesezeit
Der Messermord von Mannheim – Ursachen und Konsequenzen
Zahlreiche Menschen haben auf dem Mannheimer Marktplatz Blumen und Kerzen für den bei der Messerattacke getöteten Polizisten niedergelegt. Auch ein kleiner Polizeihund ist dabei.© IMAGO / epd / Nikolaus Kramer

Mannheim, am 31.05.2024: Der bekannte islamismuskritische Aktivist Michael Stürzenberger trifft gerade die letzten Vorbereitungen für seinen Infostand. Seit Jahren betreibt er, oft konfrontativ und provozierend, aber fundiert, auf den Marktplätzen bundesweit unermüdliche Aufklärungsarbeit über die Gefahren des politischen Islams. Doch an diesem Freitag ist alles anders.

Kurz vor Beginn der Kundgebung stürmt der 25-jährige Afghane Suleiman A. mit einem Kampfmesser auf Stürzenberger und sein Team und sticht mehrfach zu. In die Beine, in die Brust, Rücken und Gesicht. Der Polizist Rouven L. greift als einer der ersten Beamten ein und versucht, die unübersichtliche und lebensbedrohliche Situation zu entzerren. Fatalerweise dreht er jedoch dem Attentäter im falschen Moment den Rücken zu. Dieser sticht mit voller Wucht zweimal in den Nacken. Am Sonntag erlag Rouven L. seinen schweren Verletzungen.

Eine schreckliche Tat in Mannheim

Wie geht man nun mit einer solchen Tat um, die mich als Polizisten umso betroffener macht? Trauer, Entrüstung, Wut? Ja, das Schicksal von Rouven nimmt uns alle mit. Insbesondere die Polizeikollegen wissen: Es hätte jeden treffen können.

In den vergangenen Tagen und Stunden erreichten mich viele Fragen zu dem Geschehen in Mannheim. Vorwiegend wurde ich immer wieder gefragt: Hätte das nicht verhindert werden können? Wieso stürzt sich der Beamte auf einen offensichtlich „Unschuldigen“ und gibt dem Attentäter die Möglichkeit, sich zu befreien? Warum schreien die Polizisten nur „Messer weg! Messer weg!“ und handeln nicht sofort? Warum läuft eine Beamtin offensichtlich weg?

So einfach und absolut sind diese Fragen nicht zu beantworten. Allein schon deshalb nicht, weil man nicht vor Ort gewesen ist und sich auf Medienberichte und Videos in der Analyse stützen muss. Dennoch sei mir ein Versuch des Erklärens gestattet. Und bei differenzierter Betrachtung wird man zu dem Schluss kommen: Es hätte jeden treffen können.

Eine Erklärung fällt schwer

Die Beamten werden, wahrscheinlich wie schon hunderte Male zuvor, eingesetzt gewesen sein, um bei der Veranstaltung für Sicherheit zu sorgen. Schon hunderte Male zuvor ist nichts passiert, und so stellt sich eine gewisse Routine ein. Und eben diese Routine ist die größte Gefahr für jeden Polizeieinsatz. Egal, ob Demonstrationen, Fußballspiele, Verkehrskontrollen oder eben solche Einsätze an Infoständen. Und dann eskaliert die Situation plötzlich. Innerhalb von Sekunden müssen die Beamten die Lage erfassen, beurteilen, bewerten und in Sekundenschnelle handeln. Sie haben keinen Videobeweis, sie haben keine Zeit, Gesetze zu prüfen – sie müssen handeln, um Gefahren für Leib und Leben abzuwenden.

An dieser Stelle möchte ich eine Lanze für die eingesetzten Beamten brechen. Auch wenn es offenbar zu einer Fehleinschätzung der Situation gekommen ist und mich die chaotische Situation vor Ort entsetzt. Denn die Ursachen dafür liegen sehr weit zurück. Die Verantwortlichen sind ganz andere.

Diese Bilder von Mannheim sind symptomatisch. Immer weniger Polizisten im Land, überalterte beziehungsweise mangelnde Ausrüstung. Ein einfacher Stichschutzschal zum Beispiel hätte den Tod des Polizisten verhindern können. Sinkende Standards bei der polizeilichen Aus- und Fortbildung, um nur einige Faktoren aus polizeilicher Sicht zu nennen.

Die Deeskalationsstrategie ist eine Sackgasse

Hinzukommen aber auch politische Faktoren, die weitaus gewichtiger sind. Seit Jahren fährt man bei der Polizei die Strategie der Deeskalation. Das heißt, dass zum Beispiel bei Demos in Berlin die Polizei lieber versteckt in Seitenstraßen bereitsteht, anstatt Präsenz und die Wehrhaftigkeit des Rechtsstaates zu zeigen. Komischerweise war das bei regierungskritischen und Coronademos ganz anders. Da wurden Wasserwerfer aufgefahren und Schlagstöcke gegen Omas gezückt. Diese Deeskalationsstrategie setzt sich natürlich in den Köpfen der Beamten fest und kann im Zweifel dann entscheidende Sekunden des Zögerns auslösen. Hier endeten diese Sekunden für einen Polizisten tödlich.

Die Aufgabe der Polizei ist es, für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Dafür werden auch Risiken eingegangen. Dadurch bringen sich Beamte in Lebensgefahr oder müssen nicht selten mit Verletzungen im Einsatz rechnen. Doch wie hoch die Gefahrendichte und Intensität für die Beamten in den letzten Jahren gewachsen ist, ist auch ganz klar – und in erster Linie die Folge einer desaströsen Migrations- und Innenpolitik. Die gestiegene Messerkriminalität, der Verlust der öffentlichen Ordnung, migrantische Parallelgesellschaften oder unkontrollierte Grenzen hängen von bewussten politischen Entscheidungen ab, die vor allem unsere Polizeibeamten im täglichen Dienst ausbaden müssen. Sie sind es, die an vorderster Front stehen, wenn die Realität von Massenmigration und multikultureller Gesellschaft die naiven Illusionen der Altparteienpolitiker zerstört. Derweil beobachtet der Verfassungsschutz lieber regierungskritische Delegitimierer, anstatt sich mit islamistischen Gefährdern auseinanderzusetzen.

Wir müssen wissen, wer in unser Land kommt! Wir müssen unsere Grenzen und damit unser Volk schützen! Wir müssen endlich aufhören mit dieser desaströsen Sparpolitik zulasten der inneren Sicherheit und auf dem Rücken der Beamten.   


Zur Person:

Nikolaus Kramer ist seit 2017 Abgeordneter der AfD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und dort Fraktionsvorsitzender. Der gebürtige Greiswalder war vor seiner Zeit als Abgeordneter Polizeibeamter.

Die in Gastbeiträgen geäußerten Ansichten geben ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der Freilich-Redaktion.
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