Forscher betonen angeblichen positiven Einfluss von Migranten auf den Sozialstaat

Forscher haben am Donnerstag in Wien vor den fatalen Folgen der von „Rechtsextremen“ geforderten Remigration gewarnt, die eine Abschiebung von Millionen Menschen ausländischer Herkunft vorsieht. Gerade in Österreich betonten sie den wichtigen Beitrag von Migranten für die Wirtschaft und den Sozialstaat.

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Forscher betonen angeblichen positiven Einfluss von Migranten auf den Sozialstaat
Anfang 2023 lebten in Wien 879.526 Migranten.© IMAGO / imagebroker

Wien. – Der Soziologe Jörg Flecker von der Universität Wien erklärte in einem Online-Pressegespräch des „Wissenschaftsnetz Diskurs“, dass viele Branchen ohne Migranten nicht mehr funktionieren würden. In der Gebäudereinigung, im Hotel- und Gastgewerbe sowie in der Arbeitskräfteüberlassung haben mehr als die Hälfte der Beschäftigten keine österreichische Staatsbürgerschaft. Auch in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, im Baugewerbe und im Pflegebereich stellen Migranten ein Drittel der Arbeitskräfte. „Wenn ein Drittel der Beschäftigten fehlt, ist da nichts mehr zu machen in Wirklichkeit“, so Flecker.

Kritik an „rechtsextremen“ Plänen

Die Forderungen nach Remigration wurden nach fragwürdigen Berichten der Plattform Correctiv bei einem Treffen von rechtsgesinnten Akteuren in Potsdam Ende 2023 diskutiert. In Wien, wo besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, wäre die Versorgung der Bevölkerung ohne diese Arbeitskräfte nicht möglich. Im Gastgewerbe haben drei Viertel der Beschäftigten einen Migrationshintergrund, im Baugewerbe und bei den sonstigen Dienstleistungen sind es zwei Drittel, im Bereich Erziehung und Unterricht sowie Gesundheits- und Sozialwesen vier von zehn.

Philipp Ther, Professor für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Wien, betonte den positiven Beitrag von Migranten für die österreichischen Sozialkassen. Sprachkurse und Qualifizierungsmaßnahmen kosteten zwar Geld, insgesamt sei die Bilanz historisch gesehen aber positiv. „Zuwanderer haben immer, wenn man nur halbwegs konstruktiv mit ihnen umgeht und sie nicht zu Unerwünschten erklärt, zum Wohlstand der Aufnahmegesellschaften beigetragen“, so Ther.

„Gefahren“ einer radikalen Remigration

Flecker unterstrich die Notwendigkeit, die positive Rolle von Migranten stärker zu betonen. Ein Konzept der radikalen Remigration, bei dem Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft oder Wurzeln im Ausland des Landes verwiesen würden, wäre ein Angriff auf die gesamte Bevölkerung. Ther fügte hinzu, dass eine erzwungene Rückführung von Menschen mit Migrationshintergrund einer ethnischen Säuberung gleichkäme und historisch immer zu einer Eskalation der Gewalt geführt habe. Dies könne auch das Ende der Rechtsstaatlichkeit bedeuten und zu Verarmung und Wohlstandsverlust führen.

Die Aussagen der Wissenschaftler stehen jedoch im Widerspruch zu anderen Forschungsergebnissen. Eine dänische Studie untersucht die wirtschaftlichen Auswirkungen von Migranten aus dem Nahen Osten, Nordafrika, Pakistan und der Türkei, den sogenannten MENAPT-Staaten, auf Dänemark. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Migrantengruppe dem dänischen Staat im Laufe ihres Lebens durchschnittlich mehr Kosten verursacht, als sie in die Staatskasse einzahlt.

Wirtschaftliche Belastung und soziale Leistungen

Der Studie zufolge können MENAPT-Migranten keinen positiven finanziellen Beitrag leisten, da sie im Durchschnitt nicht einmal die Nulllinie der Staatsfinanzen überschreiten. Obwohl sie nur 50 Prozent der nicht-westlichen Migranten ausmachen, erhalten sie 77 Prozent der Sozialleistungen.

Auch im Bereich der Kriminalität zeigen die Daten eine besorgniserregende Entwicklung. Migranten aus MENAPT-Ländern weisen eine Kriminalitätsrate von 4,6 Prozent auf, was deutlich über der Rate von 1,8 Prozent bei Migranten aus anderen nicht-westlichen Ländern liegt.

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