Kurz vor EU-Wahl: SPÖ auf Kuschelkurs mit politischem Islam?

Ende Mai veranstaltete die Islamische Föderation Traiskirchen ein Fest, an dem auch SPÖ-Chef Andreas Babler teilnahm. Die Teilnahme Bablers wurde jedoch kritisiert, da der Veranstalter als österreichischer Ableger der Milli Görüş gilt.

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Kurz vor EU-Wahl: SPÖ auf Kuschelkurs mit politischem Islam?
Babler hatte nach eigenen Angaben bereits in der Vergangenheit an dem Fest teilgenommen.© IMAGO / Andreas Stroh

Wien/Traiskirchen. – Auch heuer fand wieder das Familien- und Kulturfest der Islamischen Föderation Traiskirchen statt. „Wie jedes Jahr“ ließ es sich SPÖ-Klubobmann Andreas Babler nicht nehmen, der Veranstaltung einen Besuch abzustatten. „Großartige Stimmung und spitzen kulinarische Köstlichkeiten mit tausenden Besucherinnen und Besucher! Danke für den netten Empfang, die ganze Arbeit, die ihr in diese Veranstaltung steckt und die gute Zusammenarbeit“, schrieb Babler in einem am 25. Mai auf Facebook geteilten Beitrag. In den Sozialen Medien wurde Bablers Besuch der Veranstaltung heftig kritisiert.

Österreichischer Ableger der Milli Görüş

Vor den Wahlen sei die SPÖ „wie immer“ auf Kuschelkurs mit dem politischen Islam, kritisiert der österreichische Historiker Heiko Heinisch auf X: „Babler bei der Islamischen Föderation Wien, dem österr. Ableger der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG), die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird und die bis heute ihren antisemitischen Gründer Necmettin Erbakan verehrt.“ Heinisch verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine Studie, die er gemeinsam mit Hüseyin Çiçek und Jan-Markus Vömel verfasst und in der er diese islamische Glaubensgemeinschaft beleuchtet hat. Die Ergebnisse fasst Heinisch so zusammen: Millî Görüş ist die türkische Variante des politischen Islam. Von der Muslimbruderschaft unterscheidet sie sich nur dadurch, dass sie das Zentrum der islamischen Welt in der Türkei sieht.“

In den Kommentaren relativiert ein Nutzer Bablers Teilnahme an der Veranstaltung: Man versuche, „mit den friedlichen Kräften zusammenzuarbeiten“. Die Praxis zeige, dass dies sinnvoll sei. Mit der türkischen Community gebe es kaum Probleme. Auch die tschetschenischen Jugendlichen habe man so in den Griff bekommen. Heinisch entgegnete, das könne man nur so sehen, „wenn man nicht weiß, wofür die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş steht: Ein notorischer Judenhasser hat die Bewegung gegründet und wird bis heute verehrt. In Moscheen werden Jugendliche aufgefordert, niemanden zum Freund zu nehmen, der nicht dem Weg Allahs folgt – es gibt Gründe, warum der deutsche Verfassungsschutz die Organisation beobachtet.“

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