Angriffe im Zug: Polizei schult Asylbewerber im Benehmen

Die Situation auf der Bahnstrecke zwischen Erfurt und Suhl hat sich in den letzten Monaten immer weiter zugespitzt. Mitarbeiter klagten über Übergriffe, die nach Beobachtungen vor allem von Asylbewerbern ausgingen. Diese sollen nun im richtigen Umgang mit der Bahn geschult werden.

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Angriffe im Zug: Polizei schult Asylbewerber im Benehmen
Pro Woche gibt es etwa drei Beschwerden von Bahnmitarbeitern wegen Übergriffen.© IMAGO / Klaus Martin Höfer

Erfurt/Suhl. – In den vergangenen Monaten wurden Bahnmitarbeiter in Nahverkehrszügen immer häufiger von Fahrgästen beschimpft, bedroht und angegriffen. Nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gehen diese Übergriffe vor allem von Asylbewerbern aus. In Suhl befindet sich nämlich die Thüringer Erstaufnahmeeinrichtung für Migranten mit mehreren hundert Asylbewerbern, vor allem aus Syrien, Afghanistan und der Türkei. Viele von ihnen fahren regelmäßig mit dem Zug nach Erfurt und zurück. Die Übergriffe haben nun zu ersten Maßnahmen geführt.

Im Durchschnitt drei Beschwerden pro Woche

Im Rahmen von Informationsveranstaltungen soll die Bundespolizei die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung jetzt nämlich über die Gepflogenheiten im deutschen Bahnverkehr aufklären. Nach Angaben der Thüringer Allgemeinen sollen die Migranten beispielsweise darüber aufgeklärt werden, dass für Bahnfahrten ein Fahrschein erforderlich ist und dieser auch von Bahnmitarbeitern kontrolliert wird. Außerdem werden die Asylsuchenden über das Hausrecht der Bahn und die Folgen von Schwarzfahren aufgeklärt. Aufgrund von Sprachbarrieren unterstützte ein Dolmetscher die Bundespolizisten bei der Veranstaltung. Die ersten Veranstaltungen fanden bereits am 6. Juni und am 4. Juli statt, die nächste ist für Anfang August geplant.

Zuvor erklärte Steffi Recknagel, Leiterin der EVG-Geschäftstelle, sie habe pro Woche im Durchschnitt drei Mitarbeiter zur Rechtsberatung bei sich im Erfurter Büro sitzen, die überfallen, angespuckt, beleidigt, bedroht oder geschubst wurden. Die Lage sei sogar so dramatisch, dass Ehemänner ihre bei der Bahn arbeitenden Frauen im Zug privat begleiten, um sie „zu beschützen“.

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