Aufgedeckt: Wie Werbegiganten gezielt Inhalte auf Facebook und Co. löschen lassen

Ein Bericht des Justizausschusses des US-Repräsentantenhauses sorgt in den Sozialen Medien für Aufregung. Darin wird nämlich dokumentiert, wie die größten Unternehmen der Welt mit gezielten Aktionen versucht haben, die Meinungsfreiheit im Internet zu kontrollieren beziehungsweise zu beschränken. Ziel dieser Aktionen waren auch bekannte Persönlichkeiten wie Elon Musk und Joe Rogan.

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Aufgedeckt: Wie Werbegiganten gezielt Inhalte auf Facebook und Co. löschen lassen
Musk war nur eines der Ziele der koordinierten Angriffe, die ihn und seine Plattform schädigen sollten.© IMAGO / ZUMA Wire

Washington, D.C. – Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses hat am 10. Juli einen Zwischenbericht mit dem Titel „GARM's Harm: How the World's Biggest Brands Seek to Control Online Speech“ veröffentlicht. Der Bericht beschreibt detailliert, wie große Unternehmen, Werbeagenturen und Industrieverbände über die World Federation of Advertisers (WFA) und insbesondere deren Initiative Global Alliance for Responsible Media (GARM) an Boykotten und koordinierten Aktionen beteiligt waren, um Plattformen, Podcasts, Nachrichten und andere Inhalte zu demonetarisieren, die GARM und ihren Mitgliedern missfallen. Obwohl GARM behauptet, keinen Einfluss auf die Moderationspolitik oder die Regeln zu haben, die bestimmen, welche Inhalte online erscheinen dürfen, zeigt die Untersuchung des Ausschusses, dass die Bemühungen von GARM darauf abzielen, bestimmte Inhalte und Stimmen zu entfernen und nicht mehr zuzulassen.

GARM wollte Joe Rogan canceln

So wies GARM seine Mitglieder etwa an, X (früher Twitter) zu boykottieren, nachdem Elon Musk das Unternehmen übernommen hatte. Obwohl Rob Rakowitz, der Leiter von GARM, in seiner transkribierten Vernehmung vor dem Ausschuss bestritt, dies getan zu haben, konnte danke eines GARM-Mitglieds, welches Diskussionen über den Boykott dokumentiert hatte, nachgewiesen werden, dass das Unternehmen aufgrund der Empfehlungen von GARM Anzeigen von Twitter zurückgezogen hatte.

GroupM, ein Mitglied des GARM Steer Teams, also des Vorstands von GARM, versuchte unterdessen Spotify unter Druck zu setzen, den amerikanischen Podcaster Joe Rogan wegen seiner Ansichten über den COVID-19-Impfstoff zu zensieren. GroupM wollte von Spotify wissen, wie es seine GARM-Mitgliedschaft mit seiner Haltung gegen Fehlinformationen vereinbaren könne, und drohte damit, die Werbung auf Spotify einzustellen, wenn die Plattform nicht gegen Rogan vorgehen würde.

Ausschuss setzt Untersuchungen fort

Unilever, ein Mitglied des GARM Steer Teams, hat versucht, eine Anzeige der Trump-Wahlkampagne als Fehlinformation zu kennzeichnen, um sie von der Plattform zu entfernen. Facebook hielt jedoch an seiner Unternehmenspolitik fest, politische Kandidaten nicht auf Fakten zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die amerikanischen Bürger die Aussagen der gewählten Vertreter sehen und sie zur Rechenschaft ziehen können. Der Gründer von GARM hat diese Politik der Intransparenz als „ehrlich verwerflich“ kritisiert.

GARM-Dokumente, die der Ausschuss erhalten habe, zeigten eine antikonservative Voreingenommenheit, die das Steer Team durchdringe, heißt es in einer Pressemitteilung des Justizausschusses. In Diskussionen über konservative Medien wie The Daily Wire, Fox News und Breitbart hätten GroupM-Mitarbeiter erklärt, dass sie die Ideologie dieser Medien verabscheuten, und diskutierten sogar darüber, diese auf die Ausschlusslisten von GroupM zu setzen.

Die bisher aufgedeckten Informationen über das Verhalten von WFA und GARM bei der Dämonisierung unliebsamer Inhalte seien alarmierend, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Ausschuss werde seine Untersuchung der an diesem Verhalten beteiligten Unternehmen daher fortsetzen, um mögliche Gesetzesreformen zu unterstützen.

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