Mannheim: Muslimische Gebetsgesänge bei Mahnwache für getöteten Polizisten

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Polizisten in Mannheim hat am Montag auf dem Mannheimer Marktplatz eine Mahnwache stattgefunden. Daran nahmen auch Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften teil. In den Sozialen Medien wurde vor allem der Vertreter der muslimischen Glaubensgemeinschaft kritisiert.

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Mannheim: Muslimische Gebetsgesänge bei Mahnwache für getöteten Polizisten
Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften, darunter Imam Mustafa Aydinli, gemeinsam auf der Bühne bei der Mahnwache am Montag in Mannheim.© IMAGO / HEN-FOTO

Mannheim. – Mehr als 8.000 Menschen haben am Montag in Mannheim an einer Mahnwache für den am Freitag getöteten Polizisten Rouven L. teilgenommen. Der 29-jährige Polizist war bei einer Messerattacke des Afghanen Sulaiman A. im Dienst schwer verletzt worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Am Montagabend wurde bekannt, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall übernimmt. Grund dafür sei die besondere Bedeutung des Falles und der Eindruck der Ermittler, dass der mutmaßliche Täter den Angriff auf den Stand der Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) und die Tötung eines Polizisten aus religiösen Motiven begangen habe. Man gehe davon aus, dass der Mann islamkritischen Menschen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nehmen wollte, sagte eine Behördensprecherin.

Imam aus DITIB-Moschee bei Mahnwache

An der Kundgebung am Montag in Mannheim nahmen neben Bürgern hunderte Polizisten in Uniform und Zivil, Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) und der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) teil. Umrahmt wurde die Mahnwache von Vertretern der Mannheimer Religionsgemeinschaften, darunter die beiden christlichen Kirchen, die jüdische Gemeinde und verschiedene muslimische Gemeinden, die nacheinander kurze Gebete sprachen.

Einer der muslimischen Vertreter war der Imam der großen Mannheimer Yavuz-Sultan-Selim-Moschee, Mustafa Aydinli – eine Moschee des Erdogan-Verbandes DITIB, wie Nius berichtet. „Gott will, dass wir in Frieden leben“, sagte der Imam der muslimischen Gemeinde Mannheims. Nius kritisiert in seinem Bericht, dass diese Worte zwar versöhnlich klingen, letztlich aber keine klare Distanzierung vom Islamismus und damit vom Islamverständnis des Messerangreifers Sulaiman A. darstellen. Auch auf der Seite der DITIB selbst sei der Name Michael Stürzenberger nirgends zu finden. In einer Stellungnahme werde die Tat zwar mit den Worten „Wir verurteilen den brutalen Angriff in Mannheim“ verurteilt, der Name Stürzenberger werde jedoch kein einziges Mal genannt. Stattdessen heiße es nur: „Wir verurteilen jede Form des Extremismus“.

„Nur noch Bekloppte in diesem Land“

Kritik an der Teilnahme eines Vertreters der islamischen Glaubensgemeinschaft wurde zuletzt auch in den Sozialen Medien laut. In einem auf X kursierenden Video, das die Mahnwache in Mannheim zeigt, sind nämlich muslimische Gebetsgesänge zu hören. Unter dem Video finden sich zahlreiche Kommentare von Nutzern, die von den muslimischen Gebetsgesängen bei der Mahnwache nicht begeistert sind und diese als deplatziert empfinden. „Nur noch Bekloppte in diesem Land. Muslimischer Terrorist metzelt Polizisten nieder und verletzt viele andere. Lösung: Demo gegen Rechts. Polizist stirbt. Lösung: Gedenkfeier mit muslimischen Prediger“, schreibt ein Nutzer und fragt, ob er hier der „Irre“ sei oder ob es die anderen seien. „Trauerfeier in der Sprache des Mörders! Pietätloser wird es in Deutschland nicht mehr“, schreibt ein anderer.

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