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Greta Thunberg gegen Abschaltung der AKW in Deutschland

Die bekannte Klimaaktivistin Greta Thunberg hält es für falsch, Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten.
Monika Šimić
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11.10.2022
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2 Minuten Lesezeit
Greta Thunberg gegen Abschaltung der AKW in Deutschland
Bild: Greta Thunberg bei einer Klimademo in Berlin / Bild: flickr CC BY 2.0(Bild zugeschnitten)

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich dagegen ausgesprochen, die noch aktiven Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten und stattdessen verstärkt auf Kohlekraft zu setzen. „Wenn sie schon laufen, glaube ich, dass es ein Fehler wäre, sie abzuschalten und sich der Kohle zuzuwenden“, sagte Thunberg im Interview mit Sandra Maischberger, das am Mittwochabend im Ersten ausgestrahlt wird.

„Nicht auf Kohle setzen“

Es sei „eine schlechte Idee“, auf Kohle zu setzen, solange „das andere“ noch existiere, erklärte Thunberg weiter. Sie bezog sich dabei auf die Krisenstrategie der deutschen Bundesregierung, Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen, um die Stromerzeugung aus Gas zu reduzieren.

Geplant ist auch, dass zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke als Notreserve über den eigentlichen Abschalttermin Ende des Jahres am Netz bleiben – allerdings nur bis spätestens Mitte April 2023 und nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Erneuerbare Energien statt fossiler Energie

Auf die Frage, ob die Atomkraftwerke nach der aktuellen Krisenphase überhaupt abgeschaltet werden sollten, entgegnete Thunberg: „Kommt drauf an, was passiert.“ Es gebe auch sonst Alternativen zum Wiedereinsatz von Kohlekraft. „Ich glaube, dass es andere Wege nach vorne gibt. Mit erneuerbaren Energien.“ Sie warnte davor, weiterhin in fossile Energie zu investieren – obwohl sie die Notwendigkeit verstehe, die Bürger vor zu hohen Energiekosten zu schützen.

Die Menschen hätten sich aber auch „selbst abhängig gemacht und eine Gesellschaft geschaffen, in der wir nicht in der Lage sind, mehr als ein Jahr in die Zukunft zu schauen. Das ist nicht nachhaltig!“, kritisiert Thunberg. Sie übte außerdem Kritik daran, dass die „Klimakrise“ noch immer nicht wie eine „globale Notlage“ behandelt werde. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass das möglich sei. Auch in Kriegszeiten dürften die Folgen der Klimakrise aus ihrer Sicht nicht aus dem Blick geraten. „Jeder Krieg ist ein Desaster. Auf ganz vielen Ebenen. Aber wir müssen in der Lage sein, uns mit verschiedenen Dingen zur selben Zeit zu beschäftigen.“