Peinlicher Flop

Nur 200 Menschen bei Anti-Waldhäusl-Demo

Der Kommentar des FPÖ-Landrats Waldhäusl sorgte für ein polit-mediales Trommelfeuer gegen die freiheitliche Partei. Eine linke Demonstration in Wien zeigte dagegen nur einen lauen Wind des Widerstands.

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Nur 200 Menschen bei Anti-Waldhäusl-Demo
Gottfried Waldhäusl (FPÖ)© Karl Gruber, CC BY 3.0 AT, via Wikimedia Commons

Wien. - Am Montagabend wurde am Reumannplatz in Wien-Favoriten eine überparteiliche Kundgebung gegen die asylpolitischen Äußerungen des niederösterreichischen FPÖ-Landesrates Gottfried Waldhäusl angemeldet. Die Bezirksorganisationen der Grünen, der SPÖ, der NEOS, der SÖZ, der Bierpartei, der KPÖ und der Linken veranstalteten eine „Solidaritätskundgebung für Vielfalt und Zusammenhalt“ unter dem Motto „Wien sind wir alle“. Die Kundgebung im 10. Wiener Gemeindebezirk erwies sich jedoch als Flop: Keine 200 Menschen erschienen. Die ÖVP wollte nicht als Mitorganisator einer Kundgebung mit „extrem linken Gruppierungen wie Links oder KPÖ“ auftreten, sagte ein Sprecher der ÖVP Wien. Man werde aber aus Solidarität mit den von Waldhäusl beschimpften Schülern „personell dabei sein“.

Gespaltene Meinungen innerhalb der FPÖ

Gleichzeitig starteten zwei patriotische Aktivisten eine kleine Gegenaktion, kletterten auf ein nahestehendes Baugerüst und entrollten ein Plakat mit der Aufschrift „Waldhäusl hat recht“. Das sorgte für sichtlichen Unmut bei den anwesenden Demonstranten, die sich in Pfeifgesängen und Parolengeschrei versuchten Luft zu machen. Anlass für die Kritik an Waldhäusl sind seine Aussagen von vergangener Woche in der Puls-4-Sendung „Pro und Contra“. Eine Schülerin eines Gymnasiums in Wien-Favoriten verwies auf ihren Migrationshintergrund und darauf, dass sie und ihre Mitschüler nicht in Wien wären, hätte man Waldhäusls Asylideen umgesetzt. Die Antwort des Freiheitlichen: „Auf die Frage, wenn das schon passiert wäre, dass viele hier nicht in der Schule wären: Dann wäre Wien immer noch Wien“.

Auf geteiltes Echo stieß die Aussage Waldhäusls innerhalb der FPÖ. Auf Distanz gingen am Wochenende die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek, der Tiroler Landesparteichef Markus Abwerzger und der oberösterreichische Landesparteichef Manfred Haimbuchner. Niederösterreichs Landesparteichef Udo Landbauer stellte sich hinter seinen Parteifreund Waldhäusl und bekräftigte, was dieser gesagt hatte. Auch FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl verteidigte Waldhäusl. „Hätte man vor 30 Jahren auf Haider gehört, wäre den Österreichern einiges erspart geblieben“, so Kickl. Kritik an Waldhäusl sei für ihn „aufgeregtes Herumgegackere.“

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