Berlin. – Eine aktuelle INSA-Befragung zeigt: Anhänger der Union stehen einer Zusammenarbeit der CDU mit der AfD deutlich skeptischer gegenüber als einer Kooperation mit der Linkspartei. Auf die Frage, mit welcher Partei die CDU im Falle fehlender Alternativen nach einer Wahl eher zusammenarbeiten sollte, entschieden sich 48 Prozent der Unionswähler für die Linke. Lediglich 27 Prozent bevorzugten eine Kooperation mit der AfD. Ein Viertel machte keine Angabe.
Auch in der Gesamtbevölkerung liegt die Linkspartei vor der AfD. 40 Prozent der Befragten würden eine Zusammenarbeit der CDU mit der Linken bevorzugen, während sich 36 Prozent eher für eine Kooperation mit der AfD aussprechen. 24 Prozent äußerten sich nicht.
Mehrheit der Unionswähler für AfD-Verbot
Bemerkenswert sind auch die Ergebnisse der Debatte über ein mögliches AfD-Parteiverbot. Unter den Anhängern der Union befürwortet eine absolute Mehrheit einen solchen Schritt. In der Umfrage sprachen sich 51 Prozent der CDU- und CSU-Wähler dafür aus, während 35 Prozent dagegen sind. 14 Prozent machten keine Angabe. In der Gesamtbevölkerung überwiegt hingegen die Skepsis. 47 Prozent lehnen ein Verbot eher ab, 38 Prozent sind dafür. Weitere 15 Prozent äußerten keine Meinung.
Studie zeigt tiefe Vorbehalte gegen die AfD
Die Ergebnisse fügen sich in ein breiteres Bild ein, das eine Untersuchung der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Wahrnehmung der Parteien in Deutschland zeichnet. Demnach ist die AfD eine der Parteien, die von Anhängern anderer politischer Lager am stärksten abgelehnt wird.
Unter den Befragten mit Bindung an die CDU lehnen 81 Prozent die AfD ab. Damit ist die Ablehnung der AfD unter Unionsanhängern deutlich höher als die Ablehnung der SPD oder der FDP, die jeweils bei 24 Prozent liegt. Selbst gegenüber den Grünen, die innerhalb der Union häufig als politischer Gegenpol wahrgenommen werden, liegt die Ablehnung mit 51 Prozent deutlich niedriger. Die Linkspartei wird von 65 Prozent der CDU-Anhänger abgelehnt. Auch unter den den Befragten mit Bindung an die CSU zählt die AfD zu den am stärksten abgelehnten Parteien. 72 Prozent lehnen sie ab. Die Ablehnung der Linken ist mit 78 Prozent zwar noch etwas höher, doch auch hier liegt die AfD deutlich vor SPD, FDP oder Grünen.
Distanz zur AfD reicht weit hinaus
Die Studie zeigt zudem, dass die AfD nicht nur bei den Anhängern von SPD, Grünen oder Linken auf Ablehnung stößt. Selbst unter FDP-Anhängern lehnen 68 Prozent die AfD ab. Bei Grünen-Anhängern sind es 97 Prozent und bei SPD-Anhängern 95 Prozent.
Die Daten deuten auf eine besondere Stellung der AfD im Parteiensystem hin. Sie wird parteiübergreifend deutlich häufiger abgelehnt als die meisten anderen Parteien. Während viele Wähler Sympathien für mehrere Parteien gleichzeitig äußern, konzentrieren sich AfD-nahe Befragte weitgehend auf die eigene Partei und zeigen gegenüber anderen politischen Kräften besonders ausgeprägte Ablehnungsmuster.







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