Wien. – Neue Zahlen zu Gewaltverbrechen gegen Frauen und Mädchen durch männliche Tatverdächtige mit Aufenthaltsstatus sorgen aktuell wieder für politische Debatten in Österreich. Die FPÖ spricht von einer „Kriminalitätsexplosion“ und macht die Asylpolitik der Bundesregierung dafür verantwortlich. Die ÖVP weist die Kritik hingegen scharf zurück und spricht von einer „Schmutzkübelkampagne“.
Ausgangspunkt ist eine parlamentarische Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Rosa Ecker an das Innenministerium. Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.062 Frauen und Mädchen Opfer von Gewaltkriminalität durch männliche Mehrfachtatverdächtige mit Aufenthaltsstatus – das entspricht durchschnittlich fast sechs Fällen pro Tag. Besonders betroffen waren Frauen im Alter von 25 bis 40 Jahren. Insgesamt wurden 1.952 Tatverdächtige registriert. Laut den veröffentlichten Zahlen lagen Syrer mit 410 registrierten Opfern bei den Staatsangehörigkeiten der Tatverdächtigen an erster Stelle, gefolgt von Afghanen mit 202 Fällen. Dahinter liegen Serben, Türken, Rumänen und Ukrainer.
Innenministerium relativiert Zahlen zu Asylwerbern
Gegenüber der Heute-Zeitung betonte das Innenministerium, dass die Statistik nicht ausschließlich Asylwerber erfasse. In den Zahlen seien sämtliche Tatverdächtige mit Aufenthaltsstatus enthalten, darunter auch Personen mit anderem rechtlichen Aufenthaltsgrund oder Touristen. Die Zahl der Anzeigen, in denen tatsächlich Asylwerber als Tatverdächtige geführt werden, liege bei rund 1.000 und damit bei weniger als zwei Prozent aller Gewaltdelikte. Aus Sicht der FPÖ ändere diese Einordnung jedoch nichts an der grundsätzlichen Problematik der steigenden Gewaltkriminalität. Die Freiheitlichen sehen darin vielmehr ein weiteres Beispiel für die Folgen der Migrations- und Asylpolitik der vergangenen Jahre.
ÖVP spricht von „Schmutzkübelkampagne“
Der ÖVP-Abgeordnete Andreas Hanger reagierte unterdessen mit scharfer Kritik auf die Darstellung der FPÖ. „Die FPÖ startet die nächste Schmutzkübelkampagne und hantiert dabei wieder einmal mit Zahlen, die schlicht nicht der Realität entsprechen“, erklärte Hanger. Die Freiheitlichen würden „bewusst Unruhe“ stiften und „den Menschen Sand in die Augen“ streuen. Zugleich warf der ÖVP-Abgeordnete den Freiheitlichen vor, mit dem Thema politisches Kapital schlagen zu wollen und die Arbeit der Exekutive anzugreifen. „Was die FPÖ hier betreibt, ist nichts anderes als ein gezieltes Unruhestiften und eine Augenauswischerei“, sagte Hanger.
FPÖ wirft Regierung „Showpolitik“ vor
Die FPÖ hält hingegen an ihrer Kritik fest und macht die Bundesregierung direkt für die Entwicklung verantwortlich. Sicherheitssprecher Gernot Darmann sprach von den dramatischen Folgen „jahrelanger ÖVP-Showpolitik“ von Karner und Co. Die Regierung lasse sich „für einzelne Abschiebungen feiern“, während gleichzeitig „unzählige Illegale neu ins Land gelassen werden“. Darmann warf der Volkspartei zudem vor, Kritik an der Sicherheitslage als Angriff auf die Polizei darzustellen. „Kritik an der ÖVP und am Innenminister wird dann vonseiten der ÖVP als Kritik an den Polizisten ,geframed‘“, erklärte er. Innenminister Gerhard Karner sei „kein Polizist, sondern ÖVP-Politiker, der die Kriminalitätsexplosion zu verantworten hat“.







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