Hannover. – In den vergangenen Jahren hat Niedersachsen zahlreiche Projekte in Afrika mit Steuergeldern unterstützt, darunter Netzwerke der LGBT-Community, Gender-Programme und Vorhaben zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte. Dies geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der AfD-Landtagsabgeordneten Peer Lilienthal und Vanessa Behrendt hervor.
Millionenförderung für Projekte in Afrika
Für die Jahre 2024 bis 2026 listet die Landesregierung mehr als hundert einzelne Maßnahmen in Südafrika, Tansania, Senegal, Gambia, Namibia und Gabun auf. Die Finanzierung erfolgt durch verschiedene Ministerien und Förderprogramme. Die Schwerpunktregionen sind das südafrikanische Eastern Cape und Tansania.
Neben klassischen Entwicklungs- und Bildungsprojekten fließen erhebliche Summen auch in ideologische Vorhaben zu den Themen Gender, sexuelle Identität und koloniale Vergangenheit Deutschlands. Im Jahr 2024 erhielt allein die Niedersächsische Bingo-Stiftung rund 389.000 Euro für verschiedene Projekte in afrikanischen Staaten. Hinzu kommen zahlreiche Einzelmaßnahmen mit fünf- und teils sechsstelligen Fördersummen.
Geld für Vernetzung von LGBT-Aktivisten
Besonders auffällig ist die Förderung von LGBT-Strukturen im südafrikanischen Eastern Cape. So erhielt der „Verein für sexuelle Emanzipation“ im Jahr 2024 insgesamt 7.350 Euro für ein Projekt mit dem Titel „Internationaler Wissenstransfer: Stärkung der Strukturen und Vernetzungsarbeit zwischen LSBT*I-Organisationen im Eastern Cape und in Niedersachsen“. In der Projektbeschreibung heißt es, das Ziel sei die „Stärkung von LSBTI-Strukturen im Eastern Cape und das Empowern von LSBTI-Aktivistinnen“. Außerdem sollen „Safer Spaces“ geschaffen werden. Laut Landesregierung stünden „die queeren Aktivistinnen“ im Mittelpunkt. Im Jahr 2025 wurde das Projekt fortgesetzt. Dafür stellte Niedersachsen weitere 9.200 Euro bereit. Geplant war unter anderem eine Reise niedersächsischer Vertreter nach Südafrika.
Gender- und Feminismus-Projekte mit Steuergeld
Auch Hochschulen erhielten Gelder für Gender-Programme in Afrika. So erhielt die Universität Oldenburg im Jahr 2025 knapp 10.000 Euro für eine internationale Summer School des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung in Kooperation mit südafrikanischen Einrichtungen der Gender Studies. Bereits im Jahr 2024 wurden rund 16.500 Euro für ein Projekt zur „Geschlechter- und Sexualbildung“ in Tansania und Südafrika bewilligt. Dabei sollten „traditionell verankerte Formen und Inhalte der Geschlechter- und Sexualbildung“ untersucht werden. Weitere Mittel flossen in Projekte zur „Gendergerechtigkeit“ und zur gleichberechtigten und selbstbestimmten Teilhabe aller Menschen mit Beeinträchtigungen sowie in die Förderung weiblicher Führungskräfte in Tansania.
Kolonialgeschichte als Förderschwerpunkt
Es gibt zudem mehrere Programme, die sich ausdrücklich mit der deutschen Kolonialvergangenheit in Afrika beschäftigen. So erhielt das Landesmuseum Hannover im Jahr 2024 knapp 4.000 Euro für eine Ausstellung über das Konzentrationslager auf der Haifischinsel im heutigen Namibia. Im selben Jahr förderte Niedersachsen außerdem ein Projekt des Landesmuseums Oldenburg mit 65.000 Euro. Ziel war laut Landesregierung die „Aufarbeitung und Vermittlung von Kulturgut aus kolonialen Kontexten”. Im Jahr 2025 unterstützte das Land eine Schülerreise nach Tansania mit dem Titel „Kolonialgeschichte Deutschland – Tansania“ mit 22.000 Euro. Auch im Jahr 2026 sollen weitere Projekte zur „Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte mit dem Schwerpunkt der Kolonialzeit“ finanziert werden.
Klima-, Kunst- und Aktivismusprojekte
Neben politischen und ideologischen Vorhaben gibt es zahlreiche weitere Fördermaßnahmen: Dazu zählen Kunstprojekte, Theaterproduktionen, Klima-Workshops, Austauschprogramme und Schulpartnerschaften. So erhielt beispielsweise ein deutsch-senegalesisches Theaterprojekt 7.500 Euro. Für Workshops zum Thema „Klimagerechtigkeit” und die Beteiligung tansanischer Aktivisten an der deutschen Klimabewegung wurden knapp 10.000 Euro bewilligt. Ein Projekt mit dem Titel „Voices of Change: Empowering Women and Leaders for Impact” wird im Jahr 2026 mit mehr als 22.000 Euro unterstützt. Andere Maßnahmen befassen sich mit „Empowerment“, feministischen Bildungsansätzen oder nachhaltigem Konsumverhalten.
Die Landesregierung kündigt an, die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Partnerregionen auch über das Jahr 2026 hinaus fortsetzen zu wollen. Dies sei jedoch von entsprechenden Haushaltsmitteln abhängig.







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