Kulturkonflikt im Wohnviertel: Debatte um Moscheebau in Graz-Puntigam spitzt sich zu
Die geplante Großmoschee im Puntigamer Wohngebiet stößt bei den Anrainern auf massiven Widerstand. Zudem werfen Kritiker der Stadtführung Untätigkeit, Konzeptlosigkeit sowie ein politisches Ungleichgewicht zugunsten des Bauprojekts vor.
Die geplante Großmoschee im Grazer Bezirk Puntigam ist schon seit geraumer Zeit ein hitzig diskutiertes Thema in der Gesellschaft. (Symbolbild)
© IMAGO / Funke Foto ServicesGraz. – In Graz-Puntigam sorgt das geplante Moscheeprojekt des Bosniakenvereins Steiermark in der Gmeinstraße weiterhin für intensive Diskussionen. Bei einer gut besuchten Stadtteilversammlung trafen zuletzt Anrainer, Stadtvertreter und politische Akteure aufeinander, um über das Vorhaben in einem dicht besiedelten Wohngebiet zu sprechen. Die Atmosphäre war emotional und zahlreiche Wortmeldungen zeugten laut der FPÖ von der großen Sorge in der Bevölkerung.

Sorgen der Anrainer: Verkehr, Lärm und Parkplätze
Zentrales Thema der Versammlung waren die bereits bestehenden Probleme rund um Verkehr und Parksituation. Viele Bewohner schilderten demnach, dass die Lage bereits jetzt angespannt sei. Die Stadtverwaltung versuchte, beruhigend zu wirken, doch konkrete Lösungen blieben aus. Insbesondere der Verweis auf ein künftig geplantes, kostenpflichtiges Parkhaus konnte die Skepsis nicht zerstreuen, da unklar blieb, ob dieses Angebot tatsächlich angenommen würde und ob es das Verkehrsaufkommen spürbar reduzieren könne.
Der FPÖ-Bezirksobmann Dominik Hausjell zeigte sich nach der Veranstaltung äußerst kritisch. Er wies darauf hin, dass die bestehenden Probleme seit Langem bekannt seien, aber bisher keine wirksamen Maßnahmen umgesetzt worden seien. „Das Schaffen neuer Parkplätze ist Zukunftsmusik, die vorherrschende Situation läuft aber schon seit geraumer Zeit aus dem Ruder“, heißt es dazu in einer Aussendung. Auf seine Frage hin, inwieweit der Antrag der Freiheitlichen, den sie im Gemeinderat zur Erstellung eines adäquaten Verkehrskonzepts gestellt haben, Umsetzung gefunden hat, habe nicht nur das Gesicht der zuständigen Verkehrsstadträtin Schwentner „fragende Züge“ angenommen. Auch die anderen Vertreter am Podium seien sichtlich überfragt gewesen, „was nicht gerade für Qualität in der Führung der zweitgrößten Stadt Österreichs spricht“, so die Kritik. Auch die Antwort, dass die Situation vor Ort regelmäßig geprüft werde, zeige laut der FPÖ die Untätigkeit der zuständigen Vizebürgermeisterin einmal mehr deutlich auf.
Eindruck eines Ungleichgewichts bei der Diskussion
Auch der FPÖ-Bürgermeisterkandidat René Apfelknab nahm an der Versammlung teil und schilderte seine Wahrnehmung der Diskussion. Seiner Ansicht nach seien die Sorgen der Anrainer zwar angehört worden, hätten aber keinen spürbaren Einfluss gehabt. „So viele Menschen, die ihre Sorgen und Nöte vortrugen, wurden zwar gehört, aber das Gefühl, dass man diese ernst nimmt, wurde ihnen definitiv nicht übermittelt. Es entstand vielmehr der Eindruck, dass die Vertreter des Bosniakenvereins den Ton angaben, den Bau begründeten und die Stadtregierer diesen nur abnicken wollen“. Auch die ÖVP habe sich gewohnt „streichelweich“ gegeben.
Laut der FPÖ sorgte gegen Ende der Veranstaltung eine Wortmeldung aus dem sozialdemokratischen Umfeld für zusätzliche Irritation. Darin sei nach möglichen städtischen Förderungen für den Bau gefragt worden. Diese Frage habe zu sichtbaren Spannungen am Podium geführt. Über die verkehrlichen Aspekte hinaus macht die FPÖ jedenfalls deutlich, dass sie das Bauvorhaben auch aus übergeordneten Gründen ablehnt. Aus ihrer Sicht sprechen kulturelle und gesellschaftspolitische Argumente gegen das Vorhaben. „Weitere islamische Prunkbauten haben in der weiß-grünen Landeshauptstadt keinen Platz“, so die Freiheitlichen.






