Berlin. – Trotz angekündigter Stellenkürzungen in der Bundesverwaltung verfolgt die schwarz-rote Bundesregierung weiterhin einen umfassenden Kurs zur Förderung von Diversität und gesellschaftlicher Repräsentation im Staatsdienst. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorgeht, hält die Koalition ausdrücklich daran fest, die personelle Zusammensetzung der Bundesverwaltung stärker an gesellschaftlichen Vielfaltmerkmalen auszurichten. Dabei beschränkt sich der Ansatz nicht nur auf die Förderung von Frauen. Auch Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit Behinderung, Angehörige sexueller Minderheiten sowie Beschäftigte mit ostdeutscher Herkunft sollen verstärkt berücksichtigt werden.
Mehr Vielfalt als politisches Ziel
In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung auf den Koalitionsvertrag. Darin habe man sich das Ziel gesetzt, die gesellschaftliche Vielfalt in staatlichen Institutionen sichtbarer zu machen. Zur Umsetzung wird auf die bereits beschlossene Diversitätsstrategie der Bundesregierung zurückgegriffen. Ziel sei es, eine Verwaltungskultur zu fördern, die Diskriminierung entgegenwirkt und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen stärker berücksichtigt.
Laut der Bundesregierung richtet sich die Strategie ausdrücklich an Personengruppen, die häufiger Benachteiligungen erfahren. Dazu zählen unter anderem Menschen aufgrund ihres Alters, einer Behinderung, ihrer ethnischen oder ostdeutschen Herkunft, ihrer Nationalität, ihres Geschlechts, ihrer Religion oder sexuellen Orientierung. Die Behörden des Bundes sind bereits mit der Umsetzung entsprechender Maßnahmen befasst.
Frauenförderung bleibt zentraler Bestandteil
Parallel zur allgemeinen Diversitätspolitik setzt die Bundesregierung Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen um. Mehrere Projekte der Modernisierungsagenda befassen sich mit diesem Themenfeld. Dazu gehören unter anderem der Ausbau von Teilzeit-Führungsmodellen, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ressortübergreifende Mentoringprogramme für Frauen. Laut Bundesregierung befinden sich sämtliche Maßnahmen derzeit in Umsetzung.
Die Bundesregierung betont zudem, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen ein gesetzliches Ziel sei und bleibe. Neue Zielvorgaben kündigt die Koalition allerdings noch nicht an. Eine abschließende Bewertung der bisherigen Entwicklung liegt ebenfalls noch nicht vor.
Stellenabbau und Diversitätsförderung laufen parallel
Bemerkenswert ist, dass die Diversitätsvorhaben parallel zu einer umfangreichen Personalreduzierung vorangetrieben werden. Grundlage dafür ist der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD, der einen Abbau von acht Prozent der Stellen in der Bundesverwaltung vorsieht. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die konkrete Umsetzung über die jeweiligen Haushaltsgesetze erfolgt. So wurde beispielsweise bereits für das Jahr 2026 festgelegt, dass Behörden einen Teil ihrer Stellen einsparen müssen. Gleichzeitig werden Programme zur Personalentwicklung, Weiterbildung und Neuausrichtung der Beschäftigtenstrukturen fortgeführt.







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