Frauenwerkstatt: Diskussion über die Einladung einer linken Aktivistin

Seit zehn Jahren lädt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin prominente Redner zur sogenannten Frauenwerkstatt ein. Dazu gehörte in der Vergangenheit auch die österreichische Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl mit Verbindungen zum linksextremen Spektrum. Das veranlasste die AfD nun zu einer Anfrage.

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Frauenwerkstatt: Diskussion über die Einladung einer linken Aktivistin
Strobl wird häufig als Diskussionsgast oder Referentin eingeladen, wenn es um das Thema Rechtsextremismus geht.© IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Mainz. – Die Einladung der Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl zur Veranstaltung „Zu Gast bei Malu Dreyer – Frauenwerkstatt“ hat eine kritische Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag ausgelöst. Seit 2014 lädt die Ministerpräsidentin regelmäßig zu diesem Abend für Frauen in die Staatskanzlei ein. Zu den bisherigen Gästen zählten unter anderem Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, Anne Wizorek und Prof. Dr. Andrea Römmele.

In der Anfrage der AfD wurde unter anderem gefragt, ob eine Überprüfung von Strobls möglichen Kontakten zu gewaltbereiten linksextremen Gruppen stattgefunden habe. Die Landesregierung antwortete, dass für solche Abfragen keine gesetzliche Grundlage im Landesverfassungsschutzgesetz existiere. Ein umstrittener Beitrag von Strobl auf der Plattform X war der Regierung im Vorfeld der Veranstaltung nicht bekannt.

Strobls Fachliche Qualifikation

Die Landesregierung verteidigte die Auswahl von Natascha Strobl als Referentin mit ihrer anerkannten Expertise im Bereich Rechtsextremismus. Strobl hat zahlreiche Werke zu „rechtsextremen“ Strategien veröffentlicht und ist eine gefragte Rednerin auf diesem Gebiet. Ihr Buch „Radikalisierter Konservatismus“ erhielt 2021 den Anerkennungspreis des Bruno-Kreisky-Preises für das Politische Buch. Ihr jüngstes Werk „Solidarität“ erschien 2023 und thematisiert solidarisches Handeln in Krisenzeiten.

Strobls Vortrag bei der Frauenwerkstatt behandelte „rechtsextreme Sprache und Strategien“, die Rolle des Internets bei der Verbreitung von „Rechtsextremismus“ sowie Radikalisierungsprozesse. Sie sprach auch über Rassismus, Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit und betonte die Bedeutung von Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Der Vortrag und die anschließende Diskussion mit dem Publikum fanden großen Anklang. Die Gesamtkosten für Strobls Engagement beliefen sich auf 1.530,81 Euro, wobei das Honorar 800 Euro und die Reisekosten 730,81 Euro ausmachten.

Kritik der AfD

Joachim Paul, medienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, äußerte scharfe Kritik an der Einladung Strobls. Er verwies auf Strobls Veröffentlichungen im linken „Unrast“-Verlag und ihre Auftritte bei linken Veranstaltungen. Paul betonte, dass Personen, die keine Berührungsängste mit Extremisten haben, nicht als Experten geeignet seien. Er forderte die Landesregierung auf, sich von Strobl und ihren politischen Verbindungen zu distanzieren.

Die Landesregierung hält jedoch an ihrer Entscheidung fest und betont den Mehrwert von Strobls fundierter Expertise für den Diskurs im Rahmen der Frauenwerkstatt.

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