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Warum 2026 das Jahr der AfD wird und was wir alle jetzt tun müssen

Für die AfD ist das Superwahljahr 2026 kein routinemäßiger Urnengang, sondern die Chance, von der Oppositions- zur Machtpartei zu werden. Niklas Lotz analysiert, welche Faktoren über historischen Erfolg oder vertane Chancen entscheiden werden.

Kommentar von
12.1.2026
/
3 Minuten Lesezeit
Warum 2026 das Jahr der AfD wird und was wir alle jetzt tun müssen

Die AfD hat in diesem Jahr gleich bei mehreren Wahlen gute Chancen, große Erfolge zu erzielen. (Symbolbild)

© IMAGO / Revierfoto

Endlich ist es so weit: Das Superwahljahr 2026 hat begonnen und ab jetzt wird jeder Tag ein Schicksalstag. Für manche Bürger mag es sich so frisch nach den ganzen Feierlichkeiten wahrlich noch nicht so anfühlen, aber in der politischen Arena beginnt der große Showdown genau jetzt. Das Jahr 2026 wird das Jahr der AfD, da sind sich sowohl Wähler als auch Gegner der Partei einig. Was aber bedeutet das konkret? Und wie sollten sich Sympathisanten und Vertreter der Partei dieses Jahr verhalten?

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Von Protest zu Machtoption

Es gab in den letzten Jahren ja durchaus immer wieder Wahlen, bei denen der AfD starke Zugewinne vergönnt waren. All diese Wahlen hatten aber immer eines gemeinsam: Selbst der größte AfD-Fan musste zumindest hinter vorgehaltener Hand zugeben, dass die AfD am Ende sowieso nicht regieren werde. Daran haben sich über die Jahre viele schon gewöhnt – und vielleicht haben die etablierten Parteien sich auch deshalb in trügerischer Sicherheit gewogen und ihre Politik niemals ernsthaft verbessert. Nun aber stehen dieses Jahr gleich zwei Wahlen an, wo die AfD nicht nur träumerische, sondern ganz realistische Chancen auf eine absolute Mehrheit und damit eine Regierung hat.

In Sachsen-Anhalt steht die AfD mit Ulrich Siegmund bei 40 Prozent in den Umfragen, zur absoluten Mehrheit fehlen nur noch wenige Prozentpunkte. Bedenkt man den aktuellen Aufwärtstrend, ist eine absolute Mehrheit für die AfD hier sogar das wahrscheinlichste Szenario. In Mecklenburg-Vorpommern steht die AfD bei 38 Prozent, hier ist die angepeilte absolute Mehrheit etwas ambitionierter, aber auf jeden Fall im Bereich des Möglichen. Wird 2026 also ein Selbstläufer für die AfD? Mitnichten. 

Disziplin als Schlüsselfrage

Am wichtigsten sowohl für Vertreter als auch für Anhänger der Partei dürfte jetzt sein, weiter professionell zu arbeiten und sich keine Fehler zu leisten. Man merkt ja jetzt schon sehr gut, wie etablierte Medien einige Aussagen von Ulrich Siegmund beispielsweise zur Abschaffung der Schulpflicht aus dem Kontext reißen, damit bei vielen nur hängen bleibt, Siegmund wolle die Kinder verdummen, statt auf seinen sehr begründeten Vorschlag zum Wechsel auf eine Bildungspflicht einzugehen. Feinheit und Klarheit in der Kommunikation sind in den nächsten Monaten alles. Hier ist Disziplin auf zwei Ebenen wichtig: Zum einen natürlich keine von der Parteilinie abweichenden Aussagen tätigen, die das öffentliche Bild schädigen. Zum anderen aber auch keine unnötigen Distanzierungen, nur weil sich jemand innerhalb der Parteilinie mal etwas schärfer ausgedrückt hat. Der Großteil der Stärke der AfD kommt durch die neue Geschlossenheit für die gleiche Mission seit einigen Jahren.

Dauerwahlkampf statt Eventpolitik

Ebenfalls sehr wichtig wird die Aktivität und die Performance der einzelnen Akteure in den nächsten Monaten werden. Das scheint man auch zu wissen, denn der gemeinsame Auftritt von Ulrich Siegmund und Markus Frohnmaier Anfang des Jahres ist direkt das erste große Wahlkampf-Highlight. In Baden-Württemberg ist der Spitzenkandidat Markus Frohnmaier fast ununterbrochen bei Terminen, Reden oder Events. Das könnte sich am 8. März damit belohnt machen, dass die AfD in Baden-Württemberg das bisher beste Wahlergebnis in Westdeutschland holen wird. Natürlich haben auch schon in der Vergangenheit AfD-Politiker viel Zeit in den Wahlkampf investiert, aber die Erkenntnis, dass Wahlkampf grundsätzlich drei Monate vor der Wahl ein tägliches Event sein muss, setzt sich erst jetzt final durch. Wenn man bei ARD und ZDF kaum vorkommt, dann muss man den Altparten die Wähler eben „live vor Ort“ bei Bürgerdialogen oder mit viralen Social-Media-Reaktionen abspenstig machen.

Gesellschaftliche Normalisierung als Schlüsselfaktor

Nicht zuletzt kann jeder einzelne Sympathisant und Wähler der AfD extrem viel bewegen, wenn er anfängt, öffentlich positiv über die AfD zu reden. Natürlich sollte niemand, der als Beamter arbeitet, seinen Job riskieren, aber gerade im privaten Umfeld geht es sehr viel um ein Gruppengefühl und um gesellschaftliche Erwünschtheit. Die letzten Zweifler, die innerlich mit der AfD sympathisieren, aber diese noch nicht wählen, wird man nur durch direkte Ermutigung erreichen. Manche wählen erst AfD, wenn sie ganz sicher wissen, dass ihr Nachbar, ihr Friseur und ihr Zahnarzt es ja auch schon tun und es daher ja nicht ganz so falsch sein könne. Wenn man also das Privileg hat, ein großes soziales Umfeld und keine existenziellen Sorgen zu haben, dann sollte man über seine Haltung pro AfD möglichst viel sprechen. Dass CDU und SPD noch so viele Wähler haben, liegt nämlich nicht zuletzt am Wir-Gefühl einzelner Milieus.

Ob 2026 also das Jahr der AfD wird, hat am Ende jeder einzelne von uns in den nächsten Monaten selbst in der Hand. Die Vertreter der Partei müssen sowieso liefern, aber auch jeder Bürger kann mit Gesprächen und dem Erzeugen einer Pro-AfD-Stimmung im eigenen Umfeld seinen Teil dazu beitragen. Das Ziel muss sein, dass es sich für die Menschen in Sachsen-Anhalt wie ein gemeinsames Projekt anfühlt, die AfD zu wählen, um endlich die Tyrannei einer linken Elite zu brechen. Dieses positive, vereinende und mobilisierende Gefühl könnte es am Ende sein, welches die AfD über die Schwelle der absoluten Mehrheit trägt.

Die in Gastbeiträgen geäußerten Ansichten geben ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der Freilich-Redaktion.
Über den Autor

Niklas Lotz

Niklas Lotz, Jahrgang 1999, ist vielen vor allem unter seinem Pseudonym Neverfogetniki bekannt. Als freier Journalist und Videoblogger äußert er sich auf seinem YouTube-Kanal mit über 360.000 Abonnenten regelmäßig zu aktuellen politischen Themen.

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