Innsbruck. – Die Zahl der Suspendierungen an Tirols Pflichtschulen hat sich innerhalb von fünf Jahren massiv erhöht. Laut einer Antwort der Bildungsdirektion auf eine Anfrage der FPÖ stiegen die Fälle von 46 im Schuljahr 2019/20 auf 160 im Schuljahr 2024/25 – ein Plus von 247,8 Prozent. Besonders betroffen sind Mittelschulen, an denen die Zahl der Suspendierungen von 33 auf 101 Fälle anstieg. Auch an Volksschulen hat sich die Zahl der Suspendierungen mehr als verfünffacht.
Gewalt an Tirols Schulen nimmt deutlich zu
Den Angaben der Bildungsdirektion zufolge stehen hinter den Suspendierungen vor allem schwere Disziplinarverstöße. Konkret genannt werden körperliche Gewalt, Drohungen, Beleidigungen, Sachbeschädigungen sowie Vorfälle mit rassistischem oder extremistischem Bezug. Rund 60 Prozent der Suspendierungen sollen im Zusammenhang mit körperlicher Gewalt stehen.
Die Dauer der Suspendierungen liegt laut Bildungsdirektion je nach Schwere des Fehlverhaltens zwischen einer und vier Wochen. Im Durchschnitt dauern die Maßnahmen zwei Wochen. Besonders stark betroffen sind männliche Schüler. So entfielen im Schuljahr 2024/25 an Tirols Mittelschulen etwa 95 der 101 Suspendierungen auf Buben. An Volksschulen waren 23 der 26 suspendierten Schüler ebenfalls männlich.
Die Tiroler FPÖ sieht in den aktuellen Zahlen ein alarmierendes Signal. Die FPÖ-Bildungssprecherin Gudrun Kofler spricht von einer Entwicklung, auf die die FPÖ schon lange hingewiesen habe. Sie kritisierte insbesondere den Umgang der Behörden mit den Entwicklungen. „Statt endlich zu handeln, lenkt die Bildungsdirektion von ihren eigenen Verfehlungen ab und behauptet, die Schüler würden einfach ‚radikaler‘. Das ist zynisch und unverantwortlich“, so die FPÖ-Politikerin.
Radikale Vorfälle und Gewalt beschäftigen Schulen
In der Antwort auf die Anfrage wird darauf hingewiesen, dass Suspendierungen ausgesprochen werden, wenn von Schülern eine dauerhafte Gefährdung für Mitschüler oder Schulpersonal ausgeht. Betroffen sind demnach Fälle, die die körperliche Sicherheit, das Eigentum oder die Sittlichkeit anderer gefährden.
Die Bildungsdirektion führt den Anstieg der Suspendierungen auf mehrere Faktoren zurück. Als Ursachen werden unter anderem die Folgen der Coronapandemie, soziale Probleme im familiären Umfeld sowie Unsicherheiten durch Kriege und Teuerung genannt. Einen Zusammenhang zwischen steigenden Suspendierungszahlen und dem Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund sieht die Bildungsdirektion laut Anfragebeantwortung jedoch nicht. Die Behörde erklärte, ein solcher Zusammenhang lasse sich statistisch nicht herstellen.
Angesichts der aktuellen Entwicklungen fordert die FPÖ strengere Maßnahmen gegen gewalttätige Schüler. Kofler sprach sich unter anderem für eine dauerhafte Trennung von Tätern und Opfern sowie für eine konsequentere Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendgerichtsbarkeit aus. Zudem verlangt die Partei eine Null-Toleranz-Politik bei extremistischem Verhalten und mehr Befugnisse für Lehrer und Direktoren.







Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!