Berlin. – „Vizzion“ aus Darmstadt erregt derzeit nicht mehr mit Klassenkampf-Parolen oder Antifa-Rhetorik Aufmerksamkeit, sondern mit einem sehr persönlichen Schritt. In einem auf Instagram veröffentlichten Statement erklärte „Vizzion“, nach „30 Jahren Versteckspiel“ die Transition zur Frau begonnen zu haben und sich ab sofort „Stella“ zu nennen. Anfang April habe zudem die Hormontherapie begonnen. „Ich freue mich soo unendlich meine Maske ablegen zu können“, heißt es in der Stellungnahme weiter.
Sellner reagiert auf X
Inzwischen gab es sowohl unter dem Beitrag auf Instagram selbst als auch in anderen Sozialen Medien wie etwa X zahlreiche Reaktionen auf diese Stellungnahme. Viele Nutzer reagierten positiv, andere wiederum wollten wissen, ob das wirklich echt gemeint sei. Der österreichische Aktivist Martin Sellner erklärte unterdessen auf der Kurznachrichtenplattform, dass „Vizzion“ jener „deutsche marxistische Rapper“ gewesen sei, der sich als besonders harter und gewaltbereiter „Antifa-Mobboss“ inszeniert habe.
Gewaltfantasien und Klassenkampf-Rhetorik
Tatsächlich fiel „Vizzion“ in der Vergangenheit immer wieder durch aggressive und teils offen gewaltbezogene Songtexte auf. In mehreren Liedern finden sich Zeilen, in denen zu Angriffen auf politische Gegner, „Bonzen“ oder „Faschos“ aufgefordert wird. Im Track „Burgeoisie“ heißt es etwa: „Für die Alle wär ein Messerstich zu nett“. In einem anderen Lied namens „Todfeind“ rappt „Vizzion“: „Gewalt ist ein Mittel und Ali versteht uns, ja“. An anderer Stelle desselben Songs folgen Zeilen wie: „Die Fäuste geballt und die Wumme geladen“ oder: „gebe Faschos per Faustschlag, die Hautfarbe Schlumpf“. Auch politische Gegner werden direkt adressiert: „Fick die Identitäre Bewegung, Die AfD, Dicka, die NPD“.
Wie es für „Vizzion“ nun weitergeht und ob die bisherige Musikkarriere überhaupt fortgesetzt wird, ließ eine kürzlich auf Instagram gestellte Fragerunde offen. Auf die Frage, ob irgendwann wieder Musik gemacht werde, hieß es, aktuell habe sich „so vieles geändert“. Als Gründe wurden unter anderem Psychotherapie, Sprachtherapie, Hormontherapie, Haarentfernung sowie die Angst vor Ablehnung durch nahestehende Menschen genannt. Zudem habe „Vizzion“ den bisherigen Job gekündigt und innerhalb von sechs Monaten 23 Kilogramm verloren. Den früheren Künstlernamen beschreibt „Vizzion“ rückblickend teilweise als „Flucht vor mir selbst“.







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