Nationalspieler Julian Brandt

"Politik war ein riesengroßes Thema bei der WM"

Der Nationalspieler Julian Brandt sprach in einem Interview über die Gründe des Vorrunden-Aus. Politische Themen hätten laut dem Dortmunder das Sportliche beeinflusst.

Redaktion (bw)
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11.1.2023
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2 Minuten Lesezeit
"Politik war ein riesengroßes Thema bei der WM"
Julian Brandt bei einem Freundschaftsspiel 2018Granada, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das deutsche Fußballnationalteam schied bei der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar zum zweiten Mal in der Vorrunde aus. Über die Gründe wurde seitdem viel diskutiert. Nun sprach der Dortmunder Spieler Julian Brandt in einem Sport1-Interview über die Gründe. Brandt, der selbst bei dem Turnier nicht zum Einsatz auf dem Rasen kam, sieht die vielen politischen Debatten um die Menschenrechtslage in Katar und der „One Love“-Binde als einen der möglichen Gründe an: „Politik war ein riesengroßes Thema, das uns in der Mannschaft begleitet hat“. „Es war selbstverständlich nicht der Hauptgrund dafür, dass wir nicht erfolgreich waren, aber das Thema hatte sicher einen gewissen Anteil“, so Brandt weiter.

„Wollen erfolgreiche WM spielen!“

Für den Offensivmittelfeldspieler stehe das Sportliche im Fokus, wobei er nicht das Politische in den Hintergrund rücken lassen möchte: „Es ist wichtig, dass wir kritisch sind, aber wir waren eigentlich in Katar, um eine erfolgreiche WM zu spielen und nicht, um ein fremdes Land so zu ändern, wie es uns als Europäern passt“. Man hätte das Gastgeberland Katar annehmen und akzeptieren sollen. Brandt hätte sich mehr Unterstützung von allen Akteuren gewünscht: „Wir hätten an einem gewissen Punkt einen Strich unter das Thema ziehen müssen und als DFB, als Medien, als Politiker sagen müssen: ‚Jetzt ist alles von allen mehrfach gesagt. Jetzt unterstützen wir die Mannschaft, jetzt spielen wir Fußball!‘“

Hintergrund stellen die bereits erwähnten Diskussionen um die politische Lage in Katar dar. Kritiker sprachen oftmals über die „politischen Missstände“ der Gastarbeiter und Frauenrechtslage. Die DFB-Elf symbolisierte mit einer Geste vor dem zweiten Spiel ihren Unmut über die politische Lage, nachdem die FIFA der Mannschaft das Tragen einer „One Love“-Armbinde untersagte. Die Spieler hielten sich vor dem Anpfiff für das Mannschaftsfoto die Hand vor dem Mund.