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Gesellschaft

Hamburg: Linksextreme Gewalt explodiert um 175 Prozent

In Hamburg nimmt die linksextreme Gewalt drastisch zu. Insbesondere Angriffe auf Parteien und ihre Vertreter häufen sich. Die AfD wirft dem rot-grünen Senat deshalb mangelndes Durchgreifen vor.

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Bei den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel 2017 kam es in Hamburg zu schweren Gewalttaten. Auch 2025 verzeichnete die Hansestadt einen deutlichen Anstieg linksextremistischer Gewalt.
Bei den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel 2017 kam es in Hamburg zu schweren Gewalttaten. Auch 2025 verzeichnete die Hansestadt einen deutlichen Anstieg linksextremistischer Gewalt. (Bild: IMAGO / ZUMA Press)

Hamburg. – In Hamburg hat sich die Zahl linksextremistisch motivierter Gewalttaten innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht. Während die Polizei 2024 noch 16 entsprechende Delikte verzeichnete, waren es 2025 bereits 44, was einem Anstieg um 175 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Betroffenen nahm erheblich zu, wie aus der Antwort des Hamburger Senats auf eine Kleine Anfrage des AfD-Fraktionsvorsitzenden Dirk Nockemann hervorgeht. Insgesamt registrierten die Hamburger Behörden im vergangenen Jahr 929 Straftaten aus dem linken politischen Spektrum. 2024 waren es noch 564. Von den 929 Fällen wurden 275 als extremistisch eingestuft, im Vorjahr waren es 156. Damit stiegen sowohl die Gewaltdelikte als auch die Gesamtzahlen deutlich an.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Opfern. Während 2024 drei Menschen von linksextremistischen Gewaltdelikten betroffen waren, erhöhte sich diese Zahl 2025 auf 20, darunter sieben Polizeibeamte. In der Statistik werden sowohl tatsächlich verletzte Personen als auch Menschen berücksichtigt, gegen die sich ein entsprechender Gewaltversuch richtete. Für das Jahr 2026 weist die Polizeistatistik bis Anfang Oktober erneut 20 Betroffene aus, darunter vier Polizisten.

Angriffe auf Parteien stark gestiegen

Besonders stark zugenommen haben auch die Angriffe auf Parteien und politische Mandatsträger. In der Kategorie der linksextremistischen Straftaten mit dem Angriffsziel „Partei“ stieg die Zahl von 28 im Jahr 2024 auf 103 im Jahr 2025, was einem Zuwachs von rund 268 Prozent entspricht. Bei Straftaten gegen Mandatsträger verfünffachte sich die Zahl der registrierten Fälle von vier im Jahr 2024 auf 20 im Jahr 2025. Bei Parteigebäuden und anderen Parteieinrichtungen verzeichnete die Polizei einen Anstieg von drei auf zehn Fälle.

Laut der Senatsantwort gab es 2026 bislang 17 Delikte gegen Parteien, vier gegen Parteieinrichtungen und zwei gegen Informationsstände. Welche Parteien jeweils betroffen waren und wie viele dieser Vorfälle mit körperlicher Gewalt einhergingen, geht aus der Aufstellung nicht hervor.

Auch bei der Strafverfolgung zeigt die Statistik Probleme. So konnte die Polizei im Jahr 2025 nur 14 der 44 linksextremistischen Gewaltdelikte aufklären. Die Aufklärungsquote lag damit bei 31,8 Prozent. Im Vorjahr waren es fünf von 16 Fällen. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 6. Oktober 2026 meldet der Senat insgesamt 308 Straftaten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität links. Darunter befinden sich 146 extremistische Delikte sowie 21 extremistische Gewalttaten.

AfD wirft rot-grünem Senat Untätigkeit vor

Angesichts der Zahlen macht der Hamburger AfD-Fraktionsvorsitzende und innenpolitische Sprecher Dirk Nockemann die Landesregierung für den Umgang mit der Entwicklung verantwortlich. Er spricht von einer unzureichenden Reaktion auf die zunehmende Gewalt und kritisiert insbesondere die Sicherheitslage für Polizeibeamte und politische Mandatsträger. „Hamburg bleibt eine Linksextremismus-Hochburg, in der sich linke Gewalttäter pudelwohl fühlen“, so Nockemann in einer Aussendung. Der AfD-Politiker sieht zudem Versäumnisse seit den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel 2017. Er fordert eine intensivere Strafverfolgung und Maßnahmen gegen die Finanzierung linksextremistischer Strukturen.

In ihrer Antwort weist die Hamburger Landesregierung unterdessen auf ein bereits 2019 vorgestelltes Konzept zur Bekämpfung politisch linker Gewalt hin. Dieses bildet laut Senat weiterhin die Grundlage für das Vorgehen der Behörden. Auf die Frage nach zusätzlichen Schritten angesichts der gestiegenen Fallzahlen nennt der Senat vor allem bestehende Präventionsangebote. Dazu zählen Projekte zur politischen Bildung und zur allgemeinen Gewaltprävention sowie Hilfsangebote für Personen, die das linksextremistische Milieu verlassen möchten. Konkrete neue Maßnahmen für 2026 oder 2027 werden in der Antwort jedoch nicht aufgeführt.

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