Bukarest Neun
Die Bukarest Neun oder auch das Bukarest-Format (B9 oder B-9) wurde am 4. November 2015 in der rumänischen Hauptstadt Bukarest auf Initiative des Präsidenten Rumäniens, Klaus Johannis, und des polnischen Präsidenten Andrzej Duda gegründet. Zu den Mitgliedern zählen die osteuropäischen NATO-Staaten: Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien und die Slowakei. Ihre Entstehung war eine Reaktion auf die russische Annexion der Krim 2014 sowie die gleichzeitige russische Besetzung des Donbass. Was die B9-Staaten geschichtlich eint: Sie alle waren entweder Teil der Sowjetunion oder von deren Interessensphäre.
EuroMed 9
Die Gruppe der EU-Südstaaten (auch EuroMed 9) besteht aus Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Portugal, Spanien, Zypern, Slowenien und Kroatien. Die Gruppe wurde am 17. Dezember 2013 in Brüssel auf Initiative der Außenminister Zyperns und Spaniens informell gegründet, um eine Koordinierung in Fragen von gemeinsamem Interesse innerhalb der EU zu schaffen. Es wurde beschlossen, dass die Gruppe eine jährliche Sitzung auf Ministerebene abhalten würde. Die erste Ministertagung fand am 14. April 2014 in Alicante statt. Nach dem ersten EuroMed-9-Gipfel in Athen wurde eine Erklärung verabschiedet, in der Investitionen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und zur Förderung des Wachstums sowie eine stärkere Zusammenarbeit der EU in Fragen der Sicherheit und Migration gefordert wurden. Kroatien und Slowenien stießen als jüngste Mitglieder im Jahr 2021 dazu.
Drei-Meeres-Initiative
Die Die Drei-Meere-Initiative ist ein Zusammenschluss, der darauf abzielt, die Kooperation in Mittel- und Ostmitteleuropa in Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Infrastruktur, Energie und Sicherheit auszubauen. Ihr gehören insgesamt dreizehn EU-Mitgliedstaaten an, die sich vom Ostseeraum über Mitteleuropa bis hin zur Adria und zum Schwarzen Meer erstrecken. Gegründet wurde das Format am 25. August 2016 auf Initiative Polens und Kroatiens. Eine feste institutionelle oder rechtliche Struktur existiert bislang nicht.
Zu den ursprünglichen Mitgliedern zählen Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Auf dem achten Gipfeltreffen kam Griechenland als weiteres Vollmitglied hinzu. Außerdem erhielt die Ukraine im Juni 2022 den Status eines „Participating Partner“ und Moldawien wurde im September 2023 als „Associate Partner“ aufgenommen.
Ziel der Drei-Meere-Initiative ist es, die Kooperation der mittel- und ostmitteleuropäischen Staaten in Politik, Wirtschaft, Infrastruktur, Energie und Sicherheit zu vertiefen. Ein zentrales Anliegen besteht darin, einen gemeinsamen Energiekorridor aufzubauen und die Energieversorgung breiter aufzustellen. Durch den verstärkten Import von Flüssigerdgas über Seewege soll die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen – etwa im Kontext von Projekten wie Nord Stream – deutlich reduziert werden.
Die Initiative tritt dabei nicht als Gegenmodell zur Europäischen Union auf. Vielmehr möchte sie durch eine ausgewogenere Entwicklung zwischen Ost und West zur Stärkung der EU beitragen und die regionale Zusammenarbeit innerhalb der Union intensivieren.
Nordisch-Baltische Acht
Die Nordisch-Baltische Acht (NB8) ist ein regionales Kooperationsformat, dem die acht Länder Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden angehören. Das Format wurde nach dem Kalten Krieg gegründet, um die gerade unabhängig gewordenen baltischen Staaten an Europa heranzuführen. Heute trifft sich die Gruppe regelmäßig auf verschiedenen Ebenen (Premierminister, Minister etc.), um regionale und internationale Themen zu besprechen und die Zusammenarbeit zu fördern.
Neue Hanse
Die Neue Hanse ist ein Zusammenschluss der Staaten Dänemark, Estland, Finnland, Irland, Lettland, Litauen, den Niederlanden und Schweden, der im Februar 2018 durch Unterzeichnung eines Grundlagendokuments ihrer Finanzminister gegründet wurde. Ziel des Bündnisses ist es, den Verlust des Vereinigten Königreichs nach dem Brexit auszugleichen und gegenüber dem deutsch-französischen Block in der EU eine wirtschaftsliberale und fiskalkonservative Allianz aufzubauen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung des europäischen Binnenmarkts, insbesondere durch eine Kapitalmarktunion und den Ausbau des Europäischen Stabilisierungsmechanismus’ (ESM) zu einem vollwertigen Europäischen Währungsfonds. Zugleich sollen Regeln zu Haushaltsdefiziten und Staatsverschuldung konsequenter durchgesetzt werden – Stärkung von Regeln und Kontrolle stehen also im Vordergrund.






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