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Winnetou: ÖVP-Politikerin kritisiert „Verbotskultur linker Meinungseliten“

Nachdem der deutsche Ravensburger Verlag ein Winnetou-Kinderbuch aus dem Programm verbannt hat, üben auch ÖVP und FPÖ Kritik an der weiter um sich greifenden „Cancel Culture“.
Redaktion
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27.8.2022
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3 Minuten Lesezeit
Winnetou: ÖVP-Politikerin kritisiert „Verbotskultur linker Meinungseliten“
Symbolbild Indianer (CC0)

Die deutsche Rassismus-Diskussion um Winnetou und die Klassiker von Karl May hat mittlerweile auch Österreich erreicht. Nach der FPÖ meldete sich nun die ÖVP zu Wort: „Die aktuelle Debatte rund um das Verbieten beliebter Kinderbücher und Kinderfilme ist ein erneuter Beweis für die ‚Verbots‘-Kultur linker Meinungseliten. Damit lösen wir jedoch sicherlich nicht die Probleme unserer Zeit“, schrieb ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner am Samstag auf Twitter.

Vor wenigen Tagen hatte der Ravensburger Verlag ein “Winnetou“-Kinderbuch („Der junge Häuptling Winnetou“) wegen Rassismus-Vorwürfen aus dem Programm genommen. Seither wird in der medialen Öffentlichkeit der Umgang mit dem Karl-May-Klassiker heiß diskutiert.

Gewinnspiel: FPÖ verlost Karl-May-Bücher

Als kleinen Protest gegen die „Cancel Culture“ verlost die FPÖ Steiermark sogar vier Bücher von Karl May. „In Zeiten der cancel culture werden immer wieder Autoren vor den Vorhang gezerrt, die aus allen möglichen Gründen und aus gegenwärtiger Sicht nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Oder deren Lebenswerk passt plötzlich nicht mehr ins krude Weltbild von Berufsempörten und deren Anhang in Gesellschaft und Politik“, empörte sich der steirische FPÖ-Kultursprecher Marco Triller in einer Aussendung. Man werde nicht zurückweichen und „Werke, deren fantastische Erzählungen und Schilderungen Generationen von Jugendlichen prägten, nicht in ein bestimmtes Eck rücken lassen“.

Mit dem Gewinnspiel wollen die Freiheitlichen „ein Zeichen setzen gegen diese für die Mehrheit der Bevölkerung abstrusen Entwicklungen in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen“, so Triller. „Zusätzlich lassen wir uns auch nicht vorschreiben, wie sich unsere Kinder oder auch Erwachsene bei entsprechenden Anlässen zu verkleiden haben. Generationen lang waren ‚Cowboy- und Indianerkostüme‘ fester Bestandteil zahlreicher Veranstaltungen – auch zukünftig soll unsere Jugend daran Freude haben, ohne sich völlig absurden und pseudomoralistischen Vorwürfen einer ‚kulturellen Aneignung‘ ausgesetzt sehen zu müssen.“


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