Stockholm. – Wenige Tage vor der schwedischen Parlamentswahl nahmen Vertreter von sechs der acht Reichstagsparteien an einer Wahlkampfdebatte teil, die auf Arabisch geführt wurde. Veranstalter war Alkompis, das sich selbst als Schwedens größtes arabischsprachiges Medium bezeichnet. Laut der schwedischen Nachrichtenplattform Samnytt waren die Sozialdemokraten, die Linkspartei, die Grünen, die Zentrumspartei, die Liberalen und die Christdemokraten vertreten; die Schwedendemokraten und die Moderaten nahmen nicht teil. Bereits eine Woche zuvor hatte Alkompis in Malmö eine weitere arabischsprachige Wahldebatte organisiert.
Alkompis verweist auf Sprachbarrieren
Später äußerte sich die Geschäftsführerin von Alkompis, Julia Agha, selbst zu der Veranstaltung. Laut ihren Angaben organisiert das Medienhaus bereits seit dem Wahljahr 2014 Debatten auf Arabisch in Stockholm und Malmö. Die diesjährigen Veranstaltungen sind demnach Teil einer Praxis, die sich inzwischen über vier Parlamentswahlen erstreckt.
Als Grund für das Angebot verwies Agha auf sprachliche Hürden. Lebhafte politische Debatten könnten bei bestehenden Sprachbarrieren schwer zu verfolgen sein. Gleichzeitig habe die Stimme jedes Staatsbürgers dasselbe Gewicht. Deshalb sei es wichtig, auch diesen Wählern die Möglichkeit zu geben, sich ausreichend zu informieren und eine begründete Wahlentscheidung zu treffen. Nach Angaben der Geschäftsführerin kamen zahlreiche Besucher zu der Veranstaltung. Neben Lesern von Alkompis seien Vertreter verschiedener Vereine eingeladen worden. Darüber hinaus hätten neun Botschafter arabischer Staaten die Veranstaltung in Stockholm besucht.
Medium erreicht Hunderttausende in Schweden
Alkompis wurde eigenen Angaben zufolge im Jahr 2012 gegründet und versteht seine Arbeit als einen Beitrag zur Integration. Das Ziel bestehe darin, Informationslücken zu schließen, die durch mangelnde Sprachkenntnisse entstehen. Zu diesem Zweck bereitet das Medienhaus schwedische Nachrichten und gesellschaftlich relevante Informationen auf Arabisch auf.
Nach eigenen Angaben erreicht die Internetseite von Alkompis jeden Monat Hunderttausende Nutzer in Schweden. Ergänzt wird das Angebot durch Nachrichtensendungen, soziale Netzwerke, Radio, eine App sowie eine kostenlos verteilte Monatszeitung. Das Medienhaus richtet sich damit an eine große arabischsprachige Zielgruppe: Rund 600.000 Menschen in Schweden sprechen laut Alkompis Arabisch, das Unternehmen bezeichnet es als die zweitgrößte Muttersprache des Landes.
Mit Blick auf die Parlamentswahl 2026 verstärkte Alkompis auch seine politische Berichterstattung. Bereits im Frühjahr hatte Agha angekündigt, dafür einen schwedischsprachigen Journalisten einzustellen, dessen Recherchen und Interviews unter anderem als Grundlage für anschließend auf Arabisch veröffentlichte Beiträge dienen sollten. Inhaltlich sollte es dabei vor allem um Migration, Arbeit, soziale Fragen und Wohnen gehen.





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