Landtagswahl in Niederösterreich:

Umfragen: AfD weiterhin im Aufwärtstrend

Die aktuellen Verwerfungen in Politik und Wirtschaft schlagen sich in den letzten Monaten deutlich in den Meinungsumfragen und Wahltrends nieder. Besonders die patriotische Oppositionspartei AfD kann davon profitieren.
Redaktion
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26.10.2022
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Umfragen: AfD weiterhin im Aufwärtstrend
Bundestag (Symbolbild)Pixabay

Berlin. – Der Krieg in der Ukraine wandelt das Politikbedürfnis der Bevölkerung. So könnte eine These aussehen, wenn man die Interpretation aktueller Umfrageergebnisse versuchen würde. Seit Ende Mai zeichnen diverse Meinungsforschungsinstitute Umfrageergebnisse auf, die Zweifel am Vertrauen der Bevölkerung in die Bundesregierung nachweisen könnten. Die Zahlen der Vergleichsseite „dawum.de“ legen nahe, dass die Regierungsparteien in den bisherigen Oktoberumfragen insgesamt knapp sechs Prozent an Zustimmung einbüßen mussten. Als Vergleichswert gelten die Ergebnisse der Bundestagswahl 2021.

Deutlich werden diese Entwicklungen besonders bei der ehemaligen „Königsmacher“-Partei FDP und der SPD. Erstere verlor seit Verschärfung der Krise erneut einige Prozentpunkte und befindet sich mit 6,8 Prozent der Stimmen auf einem Jahrestief. Die Kanzlerpartei SPD konnte den bisherigen Abwärtstrend vorerst stoppen, musste im Vergleich zur Bundestagswahl jedoch sechs Prozentpunkte an andere Parteien abtreten. Stabilisierung trat laut INSA und dem Institut Wahlkreisprognose bei Bündnis90/Die Grünen ein. Im Durchschnitt der Meinungsumfragen liegen sie bei 19,4 Prozent der Stimmen, ein satter Zugewinn von 4,6 Prozent seit der Bundestagswahl.

Opposition mit Oberwasser

Während die Regierung aktuell noch eine knappe Mehrheit der Befragten hinter sich versammeln kann, könnte sich dies bis Ende des Jahres noch ändern. Sowohl CDU/CSU als auch AfD können deutliche Zugewinne verzeichnen. Nach dem historischen Tiefstand von unter 20 Prozent nach der Bundestagswahl schaffen es die Christdemokraten erneut bei aktuell 26,8 Prozent das Wahlergebnis der SPD zu übertreffen.

Die AfD gilt neben den Grünen als stärkster „Profiteur“ der Krisen. Mit einem Zugewinn von 4,6 Prozent könnte sie bis Ende des Jahres einen neuen Rekordwert bei bundesweiten Umfragen erzielen. Die Vorzeichen stehen für die patriotische Oppositionspartei günstig. Durch die derzeitige Geschlossenheit ist sie seit einiger Zeit in keine inneren Zwiste verstrickt. Auch der klare Kurs gegen eine überschwängliche Parteinahme für die Ukraine und für die Versorgungssicherheit könnte der AfD helfen, neue Wähler zu generieren.

Die Schwäche von FDP und Linke (4,7 Prozent) gibt der Alternativen für Deutschland eine historisch einmalige Chance. Sie könnte mit desillusionierten russischen oder amerikanischen Parteigängern einen dediziert deutschen Kurs durch die Krise wählen. Sollte die Regierung keine Lösung für die zahlreichen, teils selbstverantworteten, Krisen finden, könnte Europa nach Schweden und Italien bald die nächste politische Zeitenwende erleben.