St. Pölten/Mödling. – Aktuell sorgen im Frauenhaus Mödling schwere Vorwürfe und aufgetauchte Bildaufnahmen für politische Debatten. Die FPÖ Niederösterreich übt scharfe Kritik an den Zuständen in der Einrichtung, die dem Umfeld der SPÖ zugerechnet wird.
Die von Heute veröffentlichten Aufnahmen zeigen massive bauliche Mängel und gravierende hygienische Probleme. Demnach sollen Fenster beschädigt, Zäune durchlöchert und Sanitärbereiche in einem völlig desolaten Zustand sein. In einer Aussendung reagiert die FPÖ-Frauensprecherin Edith Mühlberghuber empört: „Geflüchtete Frauen, die vor Gewalt Schutz suchen, werden offenbar in einem völlig verwahrlosten und menschenunwürdigen Gebäude untergebracht.“
Ehemalige Geschäftsführerin schildert Zustände
Besonders brisant sind die Aussagen der ehemaligen Geschäftsführerin. Sie gab an, jahrelang keine Möglichkeit gehabt zu haben, die Zustände zu verbessern. „Ich musste sogar den Vorstand anrufen und fragen, ob ich Spenden annehmen darf, den Dreck durfte ich selber wegmachen als Führungskraft“, zitiert Heute die Frau. Ihrer Darstellung zufolge durfte sie nicht einmal eigenständig Reinigungspersonal anstellen und hatte keinen Zugriff auf finanzielle Mittel.
Neben den Missständen steht auch der Umgang mit Geld im Fokus. Laut Darstellung sollen hohe Beträge auf einem separaten Konto gelegen haben, während für die Frauen nur minimale Maßnahmen umgesetzt worden seien. „Für die Frauen in Not wurde nur das Allernotwendigste gemacht, aber ich bin dann die Hysterische, der Störenfried“, so die Betroffene. Laut Heute ist der Fall mittlerweile gerichtsanhängig. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
FPÖ vergleicht Frauenhaus mit Asylquartieren
Mühlberghuber stellt die Zustände im Frauenhaus Mödling in einen direkten Zusammenhang mit der Unterbringung von Asylwerbern und fordert Konsequenzen: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass in Österreich Asylwerber in weit besser ausgestatteten Unterkünften untergebracht werden, als Frauen im Frauenhaus Mödling.“ Sie kritisiert besonders scharf, was Betroffene dort vorfinden würden: „Diese Frauen suchen Zuflucht vor Gewalttätern und finden durchlöcherte Zäune, fast schon aus dem Rahmen fallende Fenster, Lurch, Dreck und unfassbare Sanitärzustände vor.“
Die FPÖ verlangt umgehende Maßnahmen und mehr Transparenz. „In jeder anderen Einrichtung würden solche Verhältnisse sofort Konsequenzen, bis hin zur Schließung, nach sich ziehen“, so Mühlberghuber. Konkret wirft sie der SPÖ politisches Wegsehen vor.
Inzwischen wurde vonseiten des Landes ein Neubau des Frauenhauses in Aussicht gestellt. Die zuständige SPÖ-Landesrätin Eva Prischl hat einen Neubau zugesagt, dessen Kosten sich auf über sechs Millionen Euro belaufen sollen. Allerdings gibt es Verzögerungen, sodass sogar eine mögliche Schließung im Raum steht, wenn der Neubau nicht realisiert wird.





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