Graz. – Bei der Wahl zur Landwirtschaftskammer in der Steiermark hat die Freiheitliche Bauernschaft ihr bislang bestes Resultat erreicht. Mit 14,11 Prozent der Stimmen konnte sie ihren Stimmenanteil deutlich ausbauen und wird künftig mit vorläufig sechs Mandaten in der Landeskammer vertreten sein. Damit gelang es der Freiheitlichen Bauernschaft, sich klar als zweitstärkste Kraft hinter dem Bauernbund zu positionieren. Allerdings fällt der Wahlerfolg mit einer historisch niedrigen Beteiligung zusammen. Lediglich 30,23 Prozent der Wahlberechtigten nahmen an der Kammerwahl teil.
Mercosur und Herkunftskennzeichnung im Fokus
In einer ersten Stellungnahme betonte Spitzenkandidat Albert Royer die inhaltlichen Schwerpunkte, die aus seiner Sicht maßgeblich zum Wahlergebnis beigetragen haben. „Das Mercosur-Abkommen ist für die heimische Landwirtschaft eine Katastrophe – wir müssen mit aller Kraft verhindern, dass Billigimporte unsere Steiermark überschwemmen. Die Bundes-ÖVP muss ihre Blockade einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung beenden.“ Zudem setze er sich klar für eine grundlegende Reform der Landwirtschaftskammer ein. Im Wahlkampf hatte die Freiheitliche Bauernschaft insbesondere den Widerstand gegen internationale Handelsabkommen sowie die Stärkung regionaler Produktionsstrukturen in den Mittelpunkt gestellt.
Wahlbeteiligung als Warnsignal für das System
Auch der FPÖ-Landesparteiobmann und Landeshauptmann Mario Kunasek würdigte das Ergebnis deutlich und wies auf die Bedeutung einer starken freiheitlichen Vertretung innerhalb der Kammer hin. „Albert Royer und sein Team haben einen sensationellen Wahlkampf geliefert. Sie ernten zu Recht die Früchte ihrer harten Arbeit“. Die steirischen Bauern bräuchten eine starke FPÖ mehr denn je, „die mit Herz, Hirn und ruhiger Hand agiert“. Schließlich gehe es um Versorgungssicherheit, Eigentumsschutz und nationale Entscheidungsfreiheit.
Zugleich zeigte sich Kunasek besorgt über die geringe Wahlbeteiligung. Er sieht darin einen klaren Reformauftrag: „Die Tatsache, dass rund 70 Prozent der Wahlberechtigten nicht mehr zur Wahlurne schreiten, muss ein deutlicher Weckruf für sämtliche politische Verantwortungsträger sein und schreit nach einer tiefgreifenden Kammerreform.“
Apfelknab sieht Rückenwind aus Kammerwahl
Auch der Grazer FPÖ-Bürgermeisterkandidat René Apfelknab bezog sich auf das Ergebnis der Landwirtschaftskammerwahl und sieht darin eine grundsätzliche Bestätigung freiheitlicher Positionen. „Heimatbewusste Politik mit Hausverstand wird auf allen Ebenen von den Wählern positiv honoriert. Sowohl der heutige Urnengang in der steirischen Landwirtschaftskammer als auch jener in der niederösterreichischen Landeshauptstadt beweisen, dass die FPÖ breitenwirksam die richtigen Themen besetzt.“





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