Schwerin. – In Mecklenburg-Vorpommern steht die AfD derzeit an der Spitze der politischen Kräfte. In der aktuellen Sonntagsfrage zur Landtagswahl, die für den 20. September 2026 angesetzt ist, erreicht sie 35 Prozent und liegt damit an erster Stelle im Bundesland. Im Vergleich zur letzten Erhebung bedeutet das allerdings einen Rückgang um drei Punkte.
SPD mit Zugewinnen, CDU und Linke stabil
Mit 25 Prozent folgt die SPD auf dem zweiten Platz. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage kann sie deutlich zulegen und gewinnt sechs Punkte hinzu. Die CDU erreicht unverändert 13 Prozent. Auch die Linke bleibt stabil und erreicht 12 Prozent. Damit bewegen sich beide Parteien weiterhin im Mittelfeld der politischen Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Die Grünen liegen bei vier Prozent und verlieren leicht. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreicht sechs Prozent, ebenfalls mit einem leichten Rückgang.
AfD bleibt führend, aber mit begrenztem Wachstum
Der Politikanalyst Daniel Fiß bewertet das Ergebnis gegenüber FREILICH als Warnsignal für die Partei, trotz ihrer Führungsposition: „Das Ergebnis ist natürlich ein Dämpfer für die AfD im Land. Grundsätzlich zeigt sich aber auch hier ein gewisser Sättigungseffekt, wo die erweiterten Mobilisierungspotentiale über die letzten Monate von der AfD voll ausgereizt wurden“, erklärt er. „Nun befinden wir uns in einem volatilen Schwankungsbereich, der zwar immer noch auf eine große loyale Wählerbasis verweist, aber eben auch mal Verluste von zwei bis drei Prozent einkalkulieren muss.“ Insofern sollte die Partei seiner Meinung nach die Erwartungshorizonte für das Wahljahr nicht zu breit anlegen.
Des Weiteren baue das zentrale Wachstum der Partei in anderen Teilen der Bundesrepublik auf regionale Schwerpunkte, die ganz besonders von Deindustrialisierung und wirtschaftlichen Transformationsprozessen betroffen sind, führt Fiß weiter aus. „Mecklenburg-Vorpommern ist zwar auch durch vielfältige demographische und soziale Verwerfungen geprägt, aber ein besonderes industrielles Zentrum gibt es bis auf einige Werften (die ohnehin am staatlichen Tropf hängen) nicht“. Das sei mit Blick auf die reale Wahrnehmung von Veränderungsprozessen „nicht unerheblich“.





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