Wien. – Ein Jahr nach Bildung der Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS stellte der ORF am Dienstagabend die Bilanz der Regierung in den Mittelpunkt eines politischen Themenabends. Drei Sendungen auf ORF 2 widmeten sich der Arbeit der Koalition und der aktuellen Lage des Landes. Insgesamt erreichten die Formate laut ORF rund 1,27 Millionen Zuschauer, was etwa 17 Prozent der österreichischen TV-Bevölkerung ab zwölf Jahren entspricht. Während der Auftakt mit den Spitzen der Regierung nur mäßiges Interesse auslöste, entwickelte sich der Auftritt von FPÖ-Chef Herbert Kickl zum klaren Quotenhöhepunkt.
Schwacher Schnitt für Regierung, Kickl mit Top-Quote
Den Anfang machte um 20:15 Uhr die Sendung „Ein Jahr Regierung – Das Interview“. Darin wurden Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zur Bilanz des ersten Jahres der Dreierkoalition befragt. Bis zu 479.000 Zuschauer sahen die Sendung, im Durchschnitt verfolgten 375.000 Menschen das Gespräch. Der Marktanteil lag bei 15 Prozent. Das Interesse am Auftritt der Regierungsmitglieder blieb damit deutlich hinter den späteren Reichweiten der Nachrichtensendung zurück.
Den größten Publikumszuspruch des gesamten Abends erzielte anschließend die „ZIB 2“, in der FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl zu Gast war. Laut den Zahlen erreichte die Sendung bis zu 564.000 Zuschauer, im Schnitt sahen 523.000 Menschen zu. Damit kam die „ZIB 2“ auf einen Marktanteil von 27 Prozent und lag damit deutlich vor dem zuvor ausgestrahlten Regierungsinterview.
FPÖ sieht sich bestätigt
Aus der FPÖ wird der deutliche Unterschied bei den Zuschauerzahlen als politisches Signal interpretiert. Die Zahlen würden „deutlich“ zeigen, dass immer mehr Österreicher „klare Worte und echte Antworten auf die großen Herausforderungen unseres Landes hören“ wollen, so der freiheitliche Wiener Abgeordnete Maximilian Krauss auf X. Auch politisch sieht der FPÖ-Politiker darin eine klare Präferenz des Publikums: „Das große Interesse am Interview zeigt auch, dass die Menschen ganz genau wissen, wem sie zuhören und wem sie zutrauen, unser Land aus der Krise zu führen.“




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