Brüssel. – Die Europäische Union intensiviert ihre Beziehungen zu Bangladesch und schafft damit zugleich neue Grundlagen für eine engere Zusammenarbeit in der Migrationspolitik. Mit dem umfassenden Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (PCA) wollen beide Seiten ihre Beziehungen strategisch vertiefen – inklusive geregelter Wege für Arbeitsmigration.
Neues Abkommen umfasst Fachkräfteprogramme
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und der bangladeschische Außenminister Khalilur Rahman haben einem Abkommen zugestimmt, das einen breiten Rahmen für Kooperationen in zahlreichen Bereichen, darunter Politik, Wirtschaft, Handel, Energie, Landwirtschaft und Sicherheit, schafft, heißt es in einer Mitteilung des Europäischen Auswärtigen Dienstes. Auch das Thema Migration ist Teil der Vereinbarung. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Förderung von „People-to-People-Exchanges“. Dahinter verbergen sich neben Bildungs- und Kulturaustausch auch Programme zur gezielten Arbeitsmigration. Diese sollen Arbeitskräften aus Bangladesch legale Zugänge zu europäischen Arbeitsmärkten eröffnen.
„Talent-Partnerschaften“ als Schlüssel
Im Zentrum dieser Strategie stehen „Talent-Partnerschaften“. Mit diesen Programmen sollen sogenannte Fachkräfte, etwa in den Bereichen IT, Gesundheitswesen oder Bauwesen, ausgebildet und ihnen legale Beschäftigungsmöglichkeiten in der EU ermöglicht werden. Die Europäische Union verfolgt damit eine doppelte Strategie: Einerseits sollen dringend benötigte Arbeitskräfte gewonnen, andererseits illegale Migration eingedämmt werden, indem legale Alternativen geschaffen werden. Bevor das Abkommen vollständig in Kraft tritt, müssen noch einige formelle Schritte abgeschlossen werden. Nach der Paraphierung folgen die offizielle Unterzeichnung und die Ratifizierung durch beide Seiten. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, ersetzt das neue Abkommen die bisherige Vereinbarung aus dem Jahr 2001.
Vergleichbares Vorgehen auch bei Indien
Ein ähnlicher Kurs zeigt sich auch in den Beziehungen zwischen der EU und Indien (FREILICH berichtete). Im Rahmen eines umfassenden Handels- und Kooperationspakets setzt Brüssel ebenfalls auf gesteuerte Migration. Konkret sieht das neue Abkommen erleichterte Zugänge für indische Staatsbürger zu europäischen Arbeits- und Bildungsprogrammen vor. Mit dem sogenannten „Legal Gateway Office“ wurde zudem erstmals eine eigene EU-Anlaufstelle in Indien geschaffen, die sogenannte Fachkräfte gezielt beim Wechsel nach Europa unterstützen soll. Die EU verfolgt damit gegenüber Indien eine klare Strategie: Migration soll gezielt gesteuert und wirtschaftlich genutzt werden. Von der Leyen unterstrich diesen Ansatz mit den Worten: „Das ist gut für unsere Wirtschaft.“






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