Dortmund. – Die Stadt Dortmund verzeichnet einen massiven Zustrom ausländischer Staatsangehöriger. Allein im Jahr 2025 wurden 11.706 Drittstaatsangehörige neu registriert, wie die Verwaltung angibt. Dieser Wert unterstreicht die anhaltend hohe Zuwanderung in die Ruhrgebietsstadt. Bereits im Januar 2026 kamen weitere 981 Personen hinzu. Damit setzt sich der Trend ungebrochen fort.
Syrer und Ukrainer dominieren Zuzüge
Ein Blick auf die Herkunftsländer zeigt, aus welchen Ländern die meisten Neuankömmlinge stammen. Besonders stark vertreten sind Menschen aus der Ukraine und aus Syrien. So entfielen im Jahr 2025 allein 2.135 Anmeldungen auf Ukrainer und 1.789 auf Syrer. Auch im Jahr 2026 bleibt diese Entwicklung bestehen, wenn auch auf niedrigerem Monatsniveau. Neben diesen beiden Gruppen folgen unter anderem Zuzüge aus der Türkei, dem Balkan und dem Irak.
Die hohe Zahl der Zuzüge führt zu enormem Druck auf die Verwaltung. So wurden im Dortmunder Amt für Migration im Jahr 2025 über 80.000 Termine abgewickelt, tatsächlich gab es jedoch mehr als 90.000 persönliche Kontakte. Gleichzeitig müssen die Behörden nicht nur Aufenthaltsfragen klären. Zu den Aufgaben des Amts gehören unter anderem auch noch die Bearbeitung von Aufenthaltstiteln, Abschiebungen und Einbürgerungsverfahren.
Lange Wartezeiten durch Verzögerungen und Engpässe
Die Belastung schlägt sich zunehmend auch in längeren Wartezeiten nieder. Zwar liegt die Reaktionszeit auf Terminanfragen meist bei wenigen Tagen, doch in bestimmten Bereichen kommt es zu deutlichen Verzögerungen. Besonders betroffen ist der Bereich der Fluchtmigration. Aus der Verwaltung heißt es dazu, dass die Reaktionszeit aufgrund von personeller Fluktuation und damit unbesetzten Planstellen bei einem gleichzeitig deutlichen Anstieg der Zuzüge deutlich angestiegen sei. Zeitweise habe diese bei einigen Wochen gelegen.
Einbürgerungen steigen stark
Parallel zur Zuwanderung nimmt auch der Wunsch nach einem deutschen Pass deutlich zu. Laut einer internen Stellungnahme hat sich das Interesse an Einbürgerungen seit 2021 erheblich verstärkt. Als zentraler Grund wird genannt, dass inzwischen viele Interessenten die Voraussetzungen erfüllen. Besonders hervorgehoben werden dabei Menschen aus Syrien. Zusätzlichen Schub brachte eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die unter anderem Mehrstaatlichkeit erleichtert. Dies führte zu einer weiteren Steigerung der Antragszahlen.
Die hohe Nachfrage zeigt sich auch in den Wartelisten: Aktuell stehen rund 10.000 Personen für Einbürgerungsverfahren auf der Liste. Gleichzeitig räumt die Verwaltung ein, dass nicht alle Antragsteller sofort einreisebereit sind. Ein Teil von ihnen habe sich „vorsorglich“ registrieren lassen, ohne bereits alle Voraussetzungen zu erfüllen. Um den steigenden Druck zu bewältigen, setzt die Stadt Dortmund verstärkt auf Digitalisierung. Das Ziel besteht darin, bis spätestens 2027 den Großteil der Verwaltungsprozesse digital abzuwickeln. Dazu gehören unter anderem Online-Anträge, automatisierte Terminvergaben und die digitale Aktenführung. Im Bereich Einbürgerung wurde bereits ein Online-Verfahren eingeführt, um die bisherigen langen Wartezeiten zu reduzieren.





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