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Nach Shitstorm: Ravensburger streicht Winnetou-Buch aus Programm

„Woke“ Internetaktivisten sorgten für einen Shitstorm. Der Ravensburger Verlag gab sofort nach und stoppte die Auslieferung des Winnetou-Kinderbuches.
Redaktion
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22.8.2022
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3 Minuten Lesezeit
Nach Shitstorm: Ravensburger streicht Winnetou-Buch aus Programm
Filmszene aus „Der junge Häuptling Winnetou“ (c) Leonine Studios

Ravensburg. – Der Ravensburger Verlag hat das Kinderbuch „Der junge Häuptling Winnetou“ aus seinem Programm gestrichen und die Auslieferung gestoppt. Das Buch war zum kürzlich veröffentlichten, gleichnamigen Kinofilm erschienen und handelt vom Sohn des legendären Apachen-Häuptling Winnetou aus Karl May. Besonders „woken“ Internetnutzern und linken Aktivisten passte das aber ganz und gar nicht: Sie kritisierten, dass der Stoff von Karl May heutzutage überhaupt noch verlegt wird. Darin würden nämlich „rassistische Stereotype“ wiedergegeben, die ihren Ursprung im Kolonialismus haben, lautete einer der Vorwürfe. „Rassismus, kulturelle Aneignung, Stereotypisierung. Alles in einem Buch!“, hieß es in einem weiteren kritischen Kommentar auf Instagram.

Ravensburger will das gesamte Sortiment prüfen

Der Ravensburger Verlag reagierte wenig später auf den linken Shitstorm: „Wir haben die vielen negativen Rückmeldungen zu unserem Buch ‚Der junge Häuptling Winnetou‘ verfolgt und wir haben heute entschieden, die Auslieferung der Titel zu stoppen und sie aus dem Programm zu nehmen“, schrieb der Verlag darin. Die Rückmeldungen hätten gezeigt, dass der Verlag mit Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt habe. „Das war nie unsere Absicht und das ist auch nicht mit unseren Ravensburger Werten zu vereinbaren. Wir entschuldigen uns dafür ausdrücklich“, so Ravensburger weiter.

Doch damit nicht genug: Der Verlag betonte, seine „Redakteur*innen“ würden sich „intensiv“ mit Themen wie „Diversität“ und „kultureller Aneignung“ beschäftigen. Die „Kolleg*innen“ würden die Folgen für das künftige Programm diskutieren und Titel für Titel des bestehenden Sortiments überarbeiten. „Dabei ziehen sie auch externe Fachberater zu Rate oder setzen ‚Sensitivity Reader‘ ein, die unsere Titel kritisch auf den richtigen Umgang mit sensiblen Themen prüfen“, so Ravensburger. „Leider ist uns all das bei den Winnetou-Titeln nicht gelungen. Die Entscheidung, die Titel zu veröffentlichen, würden wir heute nicht mehr so treffen. Wir haben zum damaligen Zeitpunkt einen Fehler gemacht und wir können euch versichern: Wir lernen daraus!“

„Jetzt wollt ihr einen doch komplett verarschen“

Die Entscheidung des Ravensburger Verlages sorgte übrigens auch wieder für Kopfschütteln: „Jetzt wollt ihr einen doch komplett verarschen, oder?“, fragte ein Nutzer. Ein anderer will wissen, warum der Verlag „einigen bloß laut schreienden Extremisten“ nachgibt. „Wow, dieses Buch zurückzuziehen, wird euch mehr schaden als umgekehrt. Schade, dass sich so viele von dieser woken Hysterie anstecken lassen bzw. davor einknicken“, lautet ein weiterer Kommentar auf Instagram.


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