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Silvester-Krawalle

taz-Journalistin erkennt in Diskussion über Täterherkunft „rassistisches Denken“

Die Silvesternacht entwickelt sich zum ersten handfesten politischen Eklat im Jahr 2023. Die Rolle der Medien wird dabei einmal mehr deutlich.

Redaktion
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6.1.2023
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1 Minute Lesezeit
taz-Journalistin erkennt in Diskussion über Täterherkunft „rassistisches Denken“
Logo der taz-ZeitungMolgreen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Berlin. - Als „entlarvend“ bezeichnet ein aktueller Artikel in der taz die derzeitige Diskussion über das Täterumfeld der Silvester-Randalierer. Der Kommentar der Journalistin Uta Schleiermacher zeigt deutlich die Ausmaße, welche das Framing etablierter Medien beansprucht. Es zeige sich „erneut, wie tief Rassismus im Denken verankert“ sei, wenn über die Herkunft der Täter diskutiert werde. Auch die Identifizierung der größtenteils migrantischen Gewaltverüber als „nichtdeutsch“, sei eine Offenbarung, so Schleiermacher.

Der Staat dürfe nur Respekt einfordern, wenn er ebenso „denjenigen respektvoll begegnet, die staatlicher Gewalt unterworfen“ seien, schreibt die Verfasserin weiter. Sie wählt das Framing der traumatisierten Jugendlichen, die Gewalt als Ventil gegen die Ungerechtigkeit des deutschen Staates nutzen.

Muss sich ein Staat Respekt verdienen?

Schleiermacher attackiert einen vermeintlichen Willkürstaat, der so jedoch nicht existiert. Weder ist die Anwesenheit staatlicher Ordnungsorgane „staatliche Gewalt“, noch arbeiteten Behörden vorurteilsbeladen zuungunsten von geflüchteten Jugendlichen. Dass es der Autorin dabei weniger um eine Debattenkritik geht, zeigt ihr Lösungsvorschlag für das Problem: „Diese Erfahrung [der Flucht nach Europa, Anm. Redaktion] könnte durch großzügige und unterstützende Aufenthaltsregelungen und Hilfe beim Ankommen aufgefangen werden“.

Die taz-Journalistin legt offen, um was es Vertretern von Medien und Politik wirklich geht, wenn sie vom klar migrantischen Täterkreis der Silvesternacht ablenken: Sie fürchten die berechtigte Zunahme von Kritik an der Migrationspolitik der letzten Jahrzehnte und einem Ende des staatlichen laissez-faire-Kurses. Dafür greifen Personen wie Uta Schleiermacher auch zu unehrlichen Interpretationen und lenken die Diskussion vom eigentlichen Thema ab.