Der österreichische Plagiatsgutachter Stefan Weber hat in den vergangenen Jahren immer wieder prominente Persönlichkeiten mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert und damit öffentliche Debatten ausgelöst. Nun richtet sich seine Kritik gegen die profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer – und sorgt erneut für Aufsehen.
Weber erhebt schwere Vorwürfe gegen Diplomarbeit
Ende April veröffentlichte Weber auf seinem Blog eine ausführliche Kritik an Thalhammers Diplomarbeit aus dem Jahr 2010. Darin listet er mehrere problematische Aspekte auf, darunter mutmaßlich nicht gekennzeichnete Übernahmen fremder Inhalte, sprachliche Mängel und theoretische Einseitigkeiten.
In einem von ihm erstellten Gutachten ist zudem von „anzunehmende[n] Verstöße[n] gegen die gute wissenschaftliche Praxis“ die Rede . Die Analyse verweist zudem auf zahlreiche Textstellen, die nach Ansicht Webers Parallelen zu bestehenden wissenschaftlichen Publikationen aufweisen, ohne ausreichend kenntlich gemacht zu sein. Der Plagiatsjäger übt auch inhaltlich Kritik: Die Arbeit zeige eine weitgehend unkritische Auseinandersetzung mit marxistischer Theorie und greife stark auf entsprechende Denkschulen zurück.
Kritik auch an Sprache und Aufbau
In einem weiteren Blogeintrag Anfang Mai legte Weber nach und nahm insbesondere sprachliche und strukturelle Schwächen ins Visier. Anhand konkreter Beispiele aus der Arbeit kritisierte er Ausdrucksweisen wie „über den Dingens“ oder die Formulierung eines „zweiten Dreiecks […] zwischen denen“. Er wertet solche Passagen als Hinweise auf mangelnde sprachliche Präzision. Zudem stellt er die gedankliche Stringenz einzelner Argumentationslinien infrage und kritisiert die Verwendung zentraler Begriffe.
Öffentliche Reaktion von Anna Thalhammer
Thalhammer selbst weist die Vorwürfe entschieden zurück. Auf der Plattform X erklärte sie vor Kurzem: „Man hat versucht mit Desinfo-Kampagnen meinen Ruf zu zerstören. Man hat mich ausspioniert. Man will mich mit Slapp-Klagen ruinieren. Erfolglos. Jetzt hetzt man mir 1 Detektiv auf den Hals, der meine Arbeit zerpflücken soll - und verbreitet in 1 Blog Lügen. Passt alles zusammen.“
Keine Reaktion auf Presseanfrage
FREILICH hat Thalhammer mit einem ausführlichen Fragenkatalog zu den Vorwürfen konfrontiert und um eine Stellungnahme gebeten. Darin ging es unter anderem um die erhobenen Plagiatsvorwürfe, konkrete Textparallelen, die Entstehung der Arbeit sowie ihre Reaktion auf die öffentliche Kritik. Eine Antwort blieb jedoch bis zur gesetzten Frist aus.







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