Innenministerium startet Kampagne gegen Desinformation mit umstrittenen Prominenten

Das neue Online-Format „Fake Train“ des Bundesinnenministeriums will junge Menschen vor „Fake News“ warnen und setzt dabei auf den Rapper Xatar, der wegen eines schweren Raubüberfalls zu acht Jahren Haft verurteilt worden war. Die Bundeszentrale für politische Bildung verteidigt ihre Entscheidung.

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Innenministerium startet Kampagne gegen Desinformation mit umstrittenen Prominenten
Xatar war 2009 an einem schweren Raubüberfall beteiligt.© IMAGO / Sven Simon

Berlin. – Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat eine neue Initiative gegen Desinformation im Internet gestartet. Die Kampagne mit dem Namen „Fake Train“ wird auf Plattformen wie Amazon Freevee ausgestrahlt und richtet sich vor allem an junge Menschen. In dem Streaming-Format gehen Experten „Fake News“ auf den Grund und klären über deren Gefahren auf.

Besonders umstritten ist die Teilnahme von Xatar, einem verurteilten Goldräuber und Gangster-Rapper. Xatar, der mit bürgerlichem Namen Giware Hajabi heißt, wurde 2009 durch einen spektakulären Überfall auf einen Goldtransporter in Baden-Württemberg bekannt, bei dem er Gold im Wert von 1,8 Millionen Euro erbeutete. Nach seiner Verhaftung und einer achtjährigen Haftstrafe ist der heute 43-Jährige nun einer der Experten im Projekt „Fake Train“ der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB).

Ehemaliger Millionenräuber

Die Entscheidung, Xatar in das Projekt einzubinden, hat breite Diskussionen ausgelöst. Kritiker wie der hessische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Manfred Pentz (CDU), üben scharfe Kritik: „Den Gangster-Rapper Xatar als Botschafter von Wahrheit und Ausgewogenheit zu präsentieren, ist höchst fragwürdig. Einen verurteilten Straftäter den Rechtsstaat kommentieren zu lassen, ist, als würde man Putin die Demokratie erklären lassen“.

Die BpB verteidigt die Auswahl der Teilnehmer und betont, dass das Projekt bewusst eine breite Zielgruppe ansprechen soll. Neben Xatar sind unter anderem der Sänger Milano, die Sängerin Naomi Jon, der Comedian Parshad Esmaeili und der Schauspieler Nico Stank Teil der Initiative. Die Moderation übernimmt der YouTuber Rezo. Rezos Teilnahme wird auch kritisch gesehen, da seine politische Haltung als parteiisch wahrgenommen wird.

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