Die Frauenfrage gilt als entschieden. Zumindest, wenn man den Ton der öffentlichen Debatte betrachtet. Was Feminismus ist, wer für Frauen spricht, welche Begriffe erlaubt sind und welche Haltungen als rückständig gelten – all das scheint festgelegt. Wer abweicht, wird nicht widerlegt, sondern eingeordnet. Die Grenzlinien verlaufen scharf: progressiv oder reaktionär, emanzipiert oder gestrig, aufgeklärt oder gefährlich. Doch gesellschaftliche Fragen verschwinden nicht, nur weil ihre Deutung monopolisiert wird.
Mit der neuen FREILICH-Ausgabe Nr. 38 unter dem Titel „Frauensache – Feminismus von rechts?“ wollen wir eine Debatte sichtbar machen, die im Hintergrund längst geführt wird – in Gesprächen, in Milieus, in Familien, aber selten im Feuilleton.
Zwischen Selbstverwirklichung und Erwartungsdruck
Die Lebensrealität vieler Frauen passt nicht bruchlos in die offiziellen Erzählungen. Zwischen Karriereanspruch und Kinderwunsch, zwischen Individualismus und Bindung, zwischen Selbstoptimierung und Sehnsucht nach Stabilität entstehen Spannungen, die sich nicht mit Parolen auflösen lassen. Ist Mutterschaft ein Risiko für die Freiheit – oder deren Verwirklichung? Ist Gleichheit mit Angleichung identisch? Und warum wird biologische Realität heute schneller relativiert als soziale Utopie? Diese Fragen sind weder nostalgisch noch provokativ. Sie sind real.
Wer definiert, was Emanzipation bedeutet?
Der moderne Feminismus tritt mit einem moralischen Absolutheitsanspruch auf. Begriffe wie „Patriarchat“, „toxische Männlichkeit“ oder „Femizid“ strukturieren die Wahrnehmung – und oft auch das Urteil. Doch Sprache ist nie neutral. Sie setzt Rahmen. Wer die Begriffe kontrolliert, kontrolliert die Debatte. In der neuen Ausgabe kommen deshalb Frauen zu Wort, die sich weder als Opfer noch als Projektionsfläche verstehen.
Reinhild Boßdorf spricht im großen Interview über politische Praxis und weibliche Selbstbehauptung jenseits ideologischer Vorgaben. Bettina Gruber widmet sich den kulturellen Verschiebungen im Geschlechterverhältnis und den Denkverboten des Gegenwartsdiskurses. Es folgen Analysen zum Wahlverhalten von Frauen und zur politischen Instrumentalisierung bestimmter Gewaltbegriffe.
Feminismus von rechts – Widerspruch oder Leerstelle?
Doch kann es einen Feminismus geben, der nicht aus dem linken Theoriekanon schöpft? Oder ist bereits die Frage ein Tabubruch? „Von rechts” bedeutet in diesem Zusammenhang nicht Rückschritt, sondern einen Perspektivenwechsel: eine Betonung von Familie, kultureller Kontinuität, Verantwortung und Identität, ohne Frauen auf ihre biologischen Funktionen zu reduzieren oder die Gleichberechtigung preiszugeben. Es geht um Differenz ohne Herabsetzung. Um Selbstbewusstsein ohne Feindbild. Um Politik ohne ideologische Totalerklärung.
Warum wir diese Debatte führen
FREILICH versteht sich nicht als Resonanzraum des Zeitgeistes, sondern als Ort eigenständiger Argumentation. Unsere Redaktion arbeitet langfristig, nicht im Takt der Empörungswellen. Die Tatsache, dass unser Leserkreis in den vergangenen zwei Jahren deutlich gewachsen ist, zeigt, dass es ein Bedürfnis nach Perspektiven jenseits eingespielter Narrative gibt. Die Frauenfrage ist keine Randnotiz. Sie berührt Demografie, Kultur, Politik und Familie – und damit das Fundament unserer Gesellschaft. Gerade deshalb verdient sie mehr als nur moralische Eindeutigkeit.
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Zurzeit erhalten alle Neuabonnenten zur aktuellen Ausgabe die frühere Ausgabe FREILICH Nr. 28: „Trans ist Trend“ sowie das Buch „Geschlecht und Politik“ von Ellen Kositza kostenlos dazu! Das Dossier vereint somit drei Publikationen, die unterschiedliche Perspektiven auf Frauenpolitik, Geschlechterfragen und Ideologiedebatten eröffnen und einen thematisch geschlossenen Beitrag zu einem der zentralen Konfliktfelder unserer Zeit liefern. Das FREILICH-Dossier ist auf das Normal- und Förderabonnement beschränkt und nur erhältlich, solange der Vorrat reicht.




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