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Britische Regierung befürchtet massiven Anstieg von Migrantenankünften

Bis Jahresende dürften 60.000 Migranten oder sogar noch mehr den Kanal überqueren, wie es in einem Bericht des britischen Parlaments heißt. Im Vorjahr waren es 28.500.
Monika Šimić
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5.9.2022
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1 Minute Lesezeit
Britische Regierung befürchtet massiven Anstieg von Migrantenankünften
Symbolbild: Migranten in Schlauchbooten / Bild: flickr

London. – Der Migrantenstrom über den Ärmelkanal Richtung Großbritannien reißt nicht ab. Binnen 24 Stunden haben am Samstag fast 1.000 Migranten in kleinen Booten den Ärmelkanal überquert, um nach Großbritannien zu gelangen. Wie das Verteidigungsministerium in London bekanntgab, wurden 960 Migranten auf 20 Booten entdeckt. Demnach stieg die Gesamtzahl der über den Kanal gelangten Migranten seit Jahresbeginn bereits jetzt auf über 26.000. Der bisherige Jahreshöchstwert aus dem Jahr 2021 liegt bei 28.500.

Ankünfte seit 2018 deutlich gestiegen

Am Freitag hatten 221 Migranten Großbritannien über den Ärmelkanal erreicht, wie der Standard berichtet. Die Zahl der Migranten, die die Meerenge in Richtung Großbritannien überqueren, war seit 2018 deutlich angestiegen. Damals begannen die Behörden, den französischen Hafen Calais und den unter dem Kanal durchführenden Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien deutlich stärker zu kontrollieren. Zuletzt war insbesondere die Zahl der Migranten aus Albanien nach oben gegangen.

Abkommen mit Ruanda

Ein Bericht des britischen Parlaments kommt zu dem Schluss, dass bis Jahresende 60.000 Migranten oder sogar noch mehr den Kanal überqueren dürften. Der Großteil der bisher angekommenen Migranten waren laut dem Bericht junge Männer. Die konservative Regierung versucht nach wie vor vergeblich, die Zahl der Überfahrten zu senken. Unter anderem zahlt London der französischen Regierung Millionenbeträge, um die Überwachung der Küsten zu verstärken.

Zudem hat London zuletzt seine Migrationspolitik verschärft. Die Regierung schloss unter anderem ein Abkommen mit Ruanda ab, das es ermöglicht, in Großbritannien angekommene Migranten nach deren Ankunft in das ostafrikanische Land abzuschieben. Bisher wurde allerdings kein einziger Migrant nach Ruanda geschickt. Ein für Juni geplanter Flug wurde nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte kurzfristig gestrichen. Die Kandidaten auf die Nachfolge von Premier Boris Johnson, Rishi Sunak und Liz Truss, haben versprochen, dennoch an den Plänen festzuhalten.