Salzburg. – Mit einer ungewöhnlichen Social-Media-Aktion sorgen die Grünen Salzburg derzeit auf Facebook für Diskussionen. Unter dem Titel „Stop using anti-wind language“ veröffentlichte die Partei mehrere Grafiken mit Windrädern und vermeintlich problematischen Redewendungen zum Thema Wind.
Dabei werden bekannte Formulierungen durch absichtlich überkomplizierte Umschreibungen ersetzt. So soll etwa statt „in den Wind schießen“ künftig „zu ausgesetzter Weiterverfolgung ballistisch aus dem prioritären Bearbeitungskontext entfernen“ formuliert werden. Aus „Wind aus den Segeln nehmen“ wird „die argumentativ-operative Handlungsfähigkeit temporär reduzieren“.
Auch andere Redewendungen wurden aufs Korn genommen. So heißt es statt „Ein windiger Typ“ beispielsweise „Person mit erhöhtem Verdacht auf verringerten Verlässlichkeitshintergrund“. „Gegen Windmühlen kämpfen“ wird wiederum mit „in einer rotationsenergetisch ungünstigen Ausgangslage wiederholt mit mangelnder Situationselastizität agieren“ ersetzt.
Grüne sprechen von „windkraftsensibler Sprache“
Begleitet wurde die Aktion von einem Facebook-Posting der Grünen Salzburg. Darin heißt es wörtlich: „Wir bemühen uns um eine windkraftsensible Sprache ohne meteorologische Negativzuschreibungen 🙏 Bitte verzichtet in Zukunft auf anti-eolische Redewendungen und rotationsbezogene Diskriminierung. Wir bringen dann mal frischen Wind in die Energiewende. 🌬️“
Vor allem die Formulierungen „anti-eolische Redewendungen“ und „rotationsbezogene Diskriminierung“ sorgten in den Kommentaren für Verwunderung. Viele Nutzer waren sich offenbar nicht sicher, ob die Beiträge ernst gemeint oder bewusst satirisch angelegt sind.
„Sprachpolizei“ und mögliche Missverständlichkeit
Unter dem Posting häuften sich Reaktionen, die den Beitrag eher als Parodie denn als ernsthafte Sprachregel verstanden. Ein Nutzer schrieb etwa, dass wenn man sich frage, ob der Beitrag Satire sei und dann den Eindruck bekomme, dass die Grünen das ernst meinten, ein ganz anderes Rad nicht rundlaufen würde. Ein anderer kommentierte knapp: „Herrliche Satire!“ Es tauchte auch die Frage auf, ob die Grünen die Aktion tatsächlich ernst meinen. So fragte ein Nutzer: „Hääää? Ist das Ernst oder Satire?“ Darauf antwortete die Partei lediglich mit: „🤔🤔😉“.
Nicht alle Kommentare fielen positiv aus. Einige Nutzer warfen den Grünen vor, mit derartigen Aktionen abgehoben zu wirken und unnötige Debatten über Sprache anzustoßen. „Seriously? Dafür verwendet ihr eure Zeit? Bei aller Sympathie für den grünen Gedanken, ihr müsst eure Werbung wirklich so gestalten, dass sie von allen Leuten verstanden werden“, so ein Nutzer. „Diese wahrscheinlich witzig gemeinte Aktion wirkt so abgehoben in eurem Elfenbeinturm zusammengeschustert, dass euch viele Menschen nicht mehr ernst nehmen oder euch absichtlich missverstehen. Ihr schneidet euch ins eigene Fleisch, wenn ihr noch weitere sprachpolizeilichen Regeln aufstellt, die euch von den potenziellen Wählern immer mehr entfernen“, erklärt er weiter. Dabei unterstellte er dem politischen Gegner, die satirische Ebene der Aktion nicht zu verstehen.







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