Wien. – In den Sozialen Medien sorgt seit Tagen ein außergewöhnliches Meme für Aufmerksamkeit: Zu sehen ist ein Pinguin, der sich von seiner Kolonie entfernt und allein ins Landesinnere marschiert. Ausgangspunkt des Trends ist ein Ausschnitt aus Werner Herzogs Dokumentarfilm „Begegnungen am Ende der Welt“. Darin ist zu sehen, wie ein einzelnes Tier nicht zurück ins Meer oder an die Futterplätze, sondern in Richtung der rund siebzig Kilometer entfernten Berge aufbricht. Herzog schließt die Szene mit der Frage nach dem „Warum“ ab.
Insbesondere in rechten Online-Milieus wird der Pinguin inzwischen als Sinnbild für Standhaftigkeit, Widerstand und den Bruch mit der Masse gedeutet. Dabei wird der Weg des Tieres als Ausdruck eines unbeugsamen Kampfes stilisiert. In diesem Zusammenhang wird von zahlreichen Nutzern auch das folgende Zitat Friedrich Nietzsches aufgegriffen: „Ich kenne kein besseres Lebensziel, als im Versuch des Großen und Unmöglichen zugrunde zu gehen.“.
FPÖ greift Trend auf
Nach einigen Tagen sprangen auch Unternehmen und beispielsweise Supermarktketten auf den Trend auf und nutzten das Motiv für Marketingzwecke. Mittlerweile haben auch die Freiheitlichen das Meme aufgegriffen. Unter anderem auf dem X-Profil von FPÖ-TV wurde der Beitrag mit dem Satz: „Warum ging der Pinguin? Wir wissen es! 🐧“ geteilt. Begleitet wird dieser von einem Video, das den viralen Meme-Trend aufgreift und mit parteipolitischen Aussagen verbindet.
In dem Clip ist ein Pinguin zu sehen, der einen hohen Gipfel Schritt für Schritt erklimmt. Auf seinem Weg nach oben erreicht er ein Radio, aus dem der Bundesparteiobmann der FPÖ, Herbert Kickl, zu hören ist. Dabei fallen die Aussagen „Es braucht Remigration“ und „Das ist ein Abschiebeflieger“. Der Pinguin setzt seinen Weg fort, bis er schließlich den Gipfel des Berges erreicht.
„Festung Österreich“ und der blaue Knopf
In der nächsten Szene gelangt der Pinguin zu einem Flugzeug. Vor ihm befindet sich ein blauer Knopf mit der Aufschrift „But why?“ – eine Anspielung auf die berühmte Frage von Herzog am Ende der Originalszene aus der genannten Dokumentation. Auf dem Sockel ist der Schriftzug „Festung Österreich“ zu lesen. Im Hintergrund ist erneut Kickl mit den Worten „Das ist ein Abschiebeflieger!“ zu hören.
Nachdem der Pinguin den Knopf gedrückt hat, startet das Flugzeug. Das Tier winkt zum Abschied, während das blaue Flugzeug durch Wolken und Nebel bricht. Auf dem Rumpf ist in Anlehnung an Kickls Vorname der Schriftzug „Airbert“ zu lesen. Das Video endet schließlich mit der Botschaft: „Mit Herbert für Remigration“.





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