St. Veit/Glan. – Nach einem gewalttätigen Zwischenfall im Asylquartier „Bärenwirt” in Weitensfeld im Bezirk St. Veit an der Glan setzte das Land Kärnten auf externe Sicherheitskräfte. Der Einsatz begann im August und lief bis Anfang Januar. In diesem Zeitraum entstanden laut einem Medienbericht Kosten in Höhe von rund 75.000 Euro. Laut Angaben des Landes wurde die Maßnahme nach einem eskalierenden Vorfall ergriffen, um weitere Gefahren innerhalb der Unterkunft zu verhindern und Spannungen im Umfeld zu entschärfen.
Messerangriff im Asylquartier beschäftigt Justiz
Ausgangspunkt der Sicherheitsmaßnahme war ein Vorfall, der zunächst über Notrufmeldungen bekannt wurde. Dabei ging es um Hinweise auf Selbstgefährdung und Suizidabsicht sowie um eine laufende Personensuche. Später stellte sich heraus, dass es sich um eine schwere Gewalttat gehandelt haben soll.
Dem Verhandlungsspiegel des Landesgerichts Klagenfurt zufolge wird einem marokkanischen Staatsangehörigen vorgeworfen, am 7. August 2025 in der Asylunterkunft in Weitensfeld einem Mitbewohner absichtlich schwere Körperverletzung mit einem Messer zugefügt zu haben. Der Angeklagte muss sich am Freitag vor Gericht verantworten.
Nur wenige Tage später kam es zu einem weiteren Vorfall mit einem Asylwerber in Kärnten. In Klagenfurt soll ein Syrer nach einem Streit um 20 Euro mit einem Messer auf einen Mann losgegangen sein. Auch dieser Fall wird nun von der Justiz bearbeitet.
Widerstand in der Gemeinde wächst
Parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen nimmt der politische und gesellschaftliche Druck in Weitensfeld zu. Im Kärntner Landtag wurden 661 Unterschriften gegen den Weiterbetrieb des Asylquartiers eingereicht. Der Gemeinderat hat sich bereits einstimmig für eine Schließung ausgesprochen.
Angesichts der hohen Ausgaben für den Sicherheitsdienst meldete sich nun auch der Kärntner FPÖ-Chef und Klubobmann Erwin Angerer zu Wort. „Straffällige Asylanten gehören abgeschoben und nicht auf Kosten der Steuerzahler teuer beschützt“, erklärte er in einer Aussendung und fragte, wie die Bürger dazu kämen, dass sie „neben einer All-Inklusive-Versorgung für Asylwerber auch noch Kosten für die Bewachung von Asylheimen“ bezahlen müssten.
Kritik an Schutzmaßnahmen für Asylwerber
Auch FPÖ-Generalsekretär und Sicherheitssprecher Josef Ofner übte scharfe Kritik. Er wies darauf hin, dass der Sicherheitsdienst laut Betreiberangaben engagiert worden sei, um die Bewohner des Heims vor möglichen Übergriffen aus der Bevölkerung zu schützen. „Die Täter werden zu Opfern gemacht und mit Steuergeld teuer bewacht – das ist leider kein schlechter Scherz, sondern mittlerweile die Realität in unserem Land“, kritisiert er.
Angerer und Ofner fordern nun übereinstimmend Konsequenzen aus den Vorfällen: „Die Landesregierung soll endlich das umsetzen, was bereits einstimmig vom Gemeinderat Weitensfeld und in einer Petition von 661 Bürgern gefordert wurde, nämlich die Schließung des Asylheimes Weitensfeld“, so die beiden Abgeordneten.
Kritik an SPÖ und ÖVP im Landtag
Beide FPÖ-Politiker verweisen außerdem auf frühere Entscheidungen im Kärntner Landtag. Demnach seien im September Anträge zur Schließung mehrerer Asylheime, darunter auch jenes in Weitensfeld, von SPÖ und ÖVP abgelehnt worden. Sie werfen Rot und Schwarz vor, die Sorgen und Anliegen der eigenen Bevölkerung mit Füßen zu treten. Sie hätten seit 2015 rund 500.000 Asylwerber ins Land gelassen und damit die Sicherheit gefährdet und die Systeme massiv überlastet. Sie sehen in einem absoluten Asylstopp und konsequenten Abschiebungen die „einzig richtige Lösung“.

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