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Politik

Montanuni Leoben: FPÖ kritisiert Bruch mit Studentenverbindungen

An der Montanuni Leoben sorgt eine Entscheidung des Rektorats für Diskussionen über den Umgang mit studentischen Traditionen. Die FPÖ fordert, die bisherigen Veranstalter des Ledersprungs wieder in die Planungen einzubeziehen.

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Der Ausschluss der Studentenverbindungen von der Organisation des traditionellen Ledersprungs an der Montanuniversität Leoben sorgt für Kritik seitens der FPÖ. (Symbolbild)
Der Ausschluss der Studentenverbindungen von der Organisation des traditionellen Ledersprungs an der Montanuniversität Leoben sorgt für Kritik seitens der FPÖ. (Symbolbild) (Bild: IMAGO / Future Image)

Leoben. – An der Montanuniversität Leoben kommt es nach den Kontroversen der vergangenen Monate zu einer Änderung bei der Organisation des traditionellen Ledersprungs. Rektor Peter Moser hat die bisherige Vereinbarung mit den zwölf örtlichen Studentenverbindungen gekündigt. Künftig soll die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) die Veranstaltung ausrichten. Die FPÖ kritisiert den Ausschluss der Korporationen und warnt vor möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Stadt.

Wie die Kleine Zeitung zuerst berichtete, hat das Rektorat die sogenannte Ledersprung-Vereinbarung beendet. Bislang waren die Studentenverbindungen abwechselnd an der Ausrichtung des Festakts beteiligt. Die Freiheitlichen sprechen von einer einseitigen Entscheidung, die ohne ausreichende Einbindung der bisherigen Partner getroffen worden sei.

Ledersprung als jahrhundertealter Brauch

Der Ledersprung ist einer der bekanntesten akademischen Bräuche der Montanuniversität. Seine Ursprünge reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Im Rahmen der Zeremonie springen Studienanfänger über ein traditionelles Bergmannsleder, wodurch sie symbolisch in den Bergmannsstand aufgenommen werden. Die Feierlichkeiten finden alljährlich rund um den 4. Dezember, den Gedenktag der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, statt. An dem Brauch selbst soll sich nichts ändern. Die Verantwortung für die Organisation liegt allerdings künftig bei der ÖH.

FPÖ sieht gewachsene Strukturen gefährdet

Deutliche Kritik an der Kündigung kommt von der steirischen FPÖ. Die Wissenschaftssprecherin der Partei, Eva Maria Kroismayr-Baier, hält es für widersprüchlich, einerseits für eine offene Universität einzutreten und andererseits langjährige Mitgestalter des akademischen Lebens auszuschließen. „Diese Entscheidung ist sehr bedauerlich. Die Vielfalt der Wissenschaft und des universitären Lebens darf sich nicht nur auf ausgewählte Gruppen beschränken“, so die Politikerin in einer Aussendung. Sie müsse auch dann Gewicht haben, „wenn es darum geht, die traditionell gewachsenen Strukturen der Studentenverbindungen zu erhalten, die das akademische Leben in Leoben über Generationen mitgeprägt haben“.

Auch die Begründung des Rektorats, den Ledersprung künftig stärker als gemeinschaftliche und für alle zugängliche Feier auszurichten, stößt bei den Freiheitlichen auf Widerspruch. Leobens FPÖ-Vizebürgermeister Florian Wernbacher verweist darauf, dass eine Teilnahme bereits bisher nicht auf Mitglieder von Studentenverbindungen beschränkt gewesen sei. „Der Ledersprung stand schon bisher allen Studienanfängern offen – unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Auch Frauen sind selbstverständlich über das Leder gesprungen. Die Vielfalt, die man nun angeblich erst herstellen will, war längst gegeben“, erklärt Wernbacher.

Möglicher Boykott könnte Leobener Wirtschaft treffen

Neben dem Streit um die akademische Tradition befürchtet die FPÖ Auswirkungen auf den Tourismus und die ortsansässigen Unternehmen. Laut Wernbacher wird innerhalb der betroffenen Studentenverbindungen bereits über einen Verzicht auf die Teilnahme oder die Ausrichtung einer eigenen Feier diskutiert. „Der Ledersprung rund um den Barbaratag bringt jedes Jahr zahlreiche Gäste nach Leoben. Davon profitieren unsere Hotels, die Gastronomie und viele heimische Betriebe. Kommt es durch die einseitige Auflösung der Vereinbarung zu einem Boykott, schadet das nicht nur der Veranstaltung, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort“, warnt der Vizebürgermeister.

Kroismayr-Baier und Wernbacher verlangen deshalb, die bisher beteiligten Korporationen wieder in die Planungen einzubeziehen. Gemeinsam mit der ÖH und der Universitätsleitung müsse eine Lösung gefunden werden, die den Fortbestand des Brauchs sowie die Mitwirkung der Studentenverbindungen gewährleiste. „Der Ledersprung lebt vom Miteinander – genau dieses Miteinander muss auch bei seiner Zukunft im Mittelpunkt stehen“, so die beiden FPÖ-Politiker.

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