Brüssel. – Die Europäische Kommission weist einen möglichen Zusammenhang zwischen Coronaimpfungen und steigenden Krebszahlen entschieden zurück. Das geht aus mehreren parlamentarischen Anfragebeantwortungen hervor, die im Zuge einer aktuellen politischen Debatte erneut in den Fokus geraten sind. In einer Antwort auf eine Anfrage des FPÖ-EU-Abgeordneten Gerald Hauser erklärte Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi: „Es liegt keine wissenschaftliche Evidenz dafür vor, dass das Krebsaufkommen infolge der Impfung gegen COVID-19 zugenommen hat.“ Zugleich betonte die Kommission, dass entsprechende Untersuchungen nicht Teil der Europäischen Plans gegen Krebs sind. Auch in einer weiteren Stellungnahme bekräftigte die Behörde diese Position. Demnach gebe es „keine bestätigten Hinweise für ein erhöhtes Krebsrisiko nach einer COVID-19-Impfung“.
Studie aus Südkorea sorgt für Diskussionen
Parallel dazu wird eine groß angelegte Studie aus Südkorea intensiv diskutiert. In der Studie wurden mehr als 8,4 Millionen Menschen erfasst und nach ihrem Impfstatus ausgewertet. Dabei wurden Unterschiede bei verschiedenen Krebsarten festgestellt. Insbesondere bei Schilddrüsen-, Magen-, Dickdarm-, Lungen-, Brust- und Prostatakrebs wurden statistisch auffällige Entwicklungen beobachtet, wie aus den zugrunde liegenden Daten hervorgeht.
Unabhängig von der Impfdebatte zeigen Zahlen aus Europa einen langfristigen Anstieg von Krebsdiagnosen. So nahm etwa die Zahl der Neuerkrankungen in Österreich über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich zu. Seit 2021 ist jedoch eine beschleunigte Entwicklung zu beobachten. Innerhalb weniger Jahre stiegen die jährlichen Fallzahlen deutlich an. Zudem berichten einzelne Mediziner von aggressiveren Krankheitsverläufen, die in der öffentlichen Diskussion teilweise als „Turbo-Krebs“ bezeichnet werden.
Forderungen nach weiterer Prüfung
Hauser übt angesichts dessen scharfe Kritik an der Haltung der Kommission. Diese leugne einen Zusammenhang zwischen Coronaimpfungen und Krebs „beharrlich“, so Hauser. Er verweist dabei auf die südkoreanische Studie und fordert, deren Ergebnisse stärker zu berücksichtigen. Außerdem verweist der Abgeordnete auf internationale Stimmen, die eine intensivere Prüfung der Impfstoffe fordern. Zudem hat Robert Redfield, der frühere Direktor der Centers for Disease Control and Prevention, den politischen Umgang mit den Impfkampagnen scharf kritisiert und eine offenere wissenschaftliche Diskussion gefordert. Die Coronaimpfungen seien als Impfstoff verkauft und teilweise verpflichtend verordnet worden, obwohl früh klar gewesen sei, dass sie weder Infektionen noch die Weitergabe des Virus verlässlich verhindern.
Die Kommission betont jedoch, dass die Sicherheit der Impfstoffe fortlaufend überprüft wird. Die Europäische Arzneimittel-Agentur werte kontinuierlich Daten aus Studien und der medizinischen Literatur aus und passe bei Bedarf regulatorische Maßnahmen an. Zudem verweist sie auf andere Forschungsergebnisse, denen zufolge mRNA-Impfstoffe in bestimmten Fällen sogar positive Effekte haben könnten, beispielsweise eine verbesserte Überlebensrate bei Krebspatienten unter spezieller Therapie.







Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!