Landtagswahl in Niederösterreich:
Österreich

FPÖ knackt in Umfrage 30-Prozent-Marke

Der Höhenflug der Freiheitlichen in der Sonntagsfrage nimmt kein Ende. Zum ersten Mal seit über fünf Jahren geben 30 Prozent der Österreicher an, bei einer baldigen Neuwahl die FPÖ zu wählen.

Julian Schernthaner
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16.12.2022
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2 Minuten Lesezeit
FPÖ knackt in Umfrage 30-Prozent-Marke
Herbert KicklMichael Lucan, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Wien. – Dies geht aus einer neuerlichen Umfrage des Paul-Lazarsfeld-Instituts unter 2.000 per Online-Panel befragten Österreichern hervor. Bereits in den vergangenen Wochen hatte die FPÖ in den Erhebungen des Instituts ihren Vorsprung auf die anderen Parteien stetig ausbauen können. Dies ist durchaus auch als Bestätigung des harten Oppositionskurses von Herbert Kickl zu sehen.

FPÖ setzt Höhenflug fort, ÖVP bricht ein

Als dieser die Partei vor 18 Monaten übernahm, stand sie bei etwa 16-18 Prozent und somit in der Nähe des Ergebnisses der letzten Nationalratswahl. Nachdem die FPÖ schon seit Monaten immer wieder in Umfragen bei über 20 Prozent ausgewiesen worden war, begann ab September ein stetiger Anstieg, der nun einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Würde am Sonntag gewählt, würden 30 Prozent ihr Kreuz bei der FPÖ machen – noch ein Prozent Zuwachs zur Vorwoche. Die SPÖ verliert ein weiteres Prozent und kommt nur mehr auf 24 Prozent. Die Kanzlerpartei ÖVP würde auf 19 Prozent abstürzen (minus zwei Prozent). Grüne und NEOS (je 10 Prozent) duellieren sich um Platz vier, auch die Bierpartei (5 Prozent) würde einziehen.

Keine Zweierkoalition gegen Freiheitliche

In Mandaten gerechnet hieße dies aktuell: FPÖ 57, SPÖ 45, ÖVP 36, Grüne 18, NEOS 18, BIER 9. An den politischen Mehrheitsmöglichkeiten ändert sich in dieser Umfrage wenig: Einzig die FPÖ wäre in der Lage, eine Zweierkoalition zu bilden – und könnte sich dabei weiter aussuchen, ob sie sich die SPÖ (102 von 183 Mandaten) oder die ÖVP (93 von 183 Mandaten) ins Boot holt.

Eine oft medial ins Spiel gebrachte „Ampel“ aus SPÖ, Grünen und NEOS wäre zwölf Mandate (81 Sitze) von einer Mehrheit weg – und selbst die jahrelange, einstige „große“ Koalition aus ÖVP und SPÖ bräuchte zumindest die Grünen oder die NEOS, um überhaupt die Mehrheit der Sitze im Parlament zu erreichen (jeweils 99 Sitze). Die aktuelle schwarz-grüne Koalition käme nur auf 54 Sitze.

Zeitenwende im Parlament möglich

Wie sehr eine baldige Neuwahl die Mehrheitsverhältnisse durcheinanderbringen würde, zeigen die Verschiebungen zur letzten Nationalratswahl: Während die FPÖ um knapp 14 Prozent zulegen würde und sich fast verdoppelt, würde sich die ÖVP von damals 37,5 Prozent nahezu halbieren. Ein Minus von 18,5 Prozent zwischen Nationalratswahlen wäre ein Rekord in der Zweiten Republik.

Bei anderen Umfrageinstituten sind die Werte der Parteien weniger deutlich: So sah INSA zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ (27 Prozent) und FPÖ (26 Prozent), die ÖVP schneidet hier mit 21 Prozent nicht ganz so schlecht ab. Darin, dass die FPÖ realistische Chancen hat, beim nächsten Urnengang ihr bestes Ergebnis (1999: 26,91 Prozent) zu toppen, scheinen sich aber alle einig.