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Energiekrise: Flutopfer im Ahrtal ohne finanzielle Unterstützung

Nach den verheerenden Fluten im Juli 2021, die zu schweren Verwüstungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geführt hatten, arbeiten die Menschen immer noch am Wiederaufbau. Wegen der steigenden Energiepreise bangen jedoch viele um ihre Existenz.
Redaktion
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21.11.2022
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Energiekrise: Flutopfer im Ahrtal ohne finanzielle Unterstützung
Derstuff, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Hasselbach. – Mit der Jahrhundertflut im Juli vergangenen Jahres wurden viele Familien in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ihrer gesamten Existenzgrundlage beraubt. Die Sturzfluten rissen, Autos, Häuser und zum Teil ganze Straßenzüge mit sich und hinterließen Schäden in Milliardenhöhe. Bereits am nächsten Tag kamen die ersten der tausenden freiwilligen Helfer, die mit Räumgerät und Hilfspaketen den Betroffenen die ersten Nöte zu nehmen versuchten. Neben dieser beeindruckenden Anteilnahme blieb besonders die politische Aufarbeitung der Ereignisse im Gedächtnis. 

Politische Aufarbeitung mangelhaft

Nach dem PR-Desaster der gewesenen Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) scheint eine weitere heikle Situation auf die Politik zuzukommen. Wie die Bild berichtete, erhielt eine Familie mit zwei kleinen Kindern aus Stolberg in der Eifel vom lokalen Stromanbieter EWV die Forderung, für den Zeitraum vom 11. April 2021 bis zum 11. April 2022 insgesamt 6450,51 Euro nachzuzahlen. Ein Großteil der Kosten entstand durch die Neun-Kilowatt-Trockenkanone, die vier Monate lang das eigene Haus wieder bewohnbar machen sollte. Nach der Erhöhung der Abschlagszahlung bestehen trotz Soforthilfe der Kommune und privaten Spenden weiterhin 4894,51 Euro Schulden.

Der Fall bekommt durch die Enttäuschung der Einheimischen über die Politik und den Rückhalt von Bund und Ländern zusätzliches Gewicht. Das Unverständnis über die Freigiebigkeit für Ukraineflüchtlinge und sozialpolitische Experimente und die mangelnde Unterstützung von Katastrophenopfern in Deutschland ist groß. Die Verwicklung von hochrangigen Politikern wie Anne Spiegel und der katastrophale Auftritt des ehemaligen CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet sind in der Erinnerung der Geschädigten auch weiterhin omnipräsent.