Wien. – Bereits im Dezember 2024 hatte der Wiener Gemeinderat einstimmig beschlossen, die rechtlichen Möglichkeiten zur Entfernung der sogenannten Stalin-Gedenktafel in der Schönbrunner Schlossstraße 30 in Wien-Meidling zu prüfen. Seitdem ist jedoch kein sichtbarer Fortschritt erfolgt. Die Tafel befindet sich an dem Gebäude, in dem der sowjetische Diktator Josef Stalin einst gewohnt haben soll. Eine tatsächliche Umsetzung des Prüfauftrags steht damit weiterhin aus.
FPÖ sieht „Skandal der Sonderklasse“
Die Freiheitlichen zeigen sich über die Verzögerung empört. Bereits vor der damaligen Abstimmung hatten sie einen eigenen Antrag eingebracht, der die umgehende Entfernung der Gedenktafel vorsah. Dieser fand allerdings keine Mehrheit im Gemeinderat. Für FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss ist die Situation untragbar. „Vor über einem Jahr wurde beschlossen, die Entfernung der Stalin-Gedenktafel zu prüfen. Bis heute ist gar nichts passiert. Das ist ein Skandal der Sonderklasse“, zitiert ihn unzensuriert.
Kritik an fehlender historischer Einordnung
Auch der FPÖ-Gemeinderat und Kultursprecher Lukas Brucker übt laut unzensuriert scharfe Kritik. Er betrachtet die Tafel als untragbaren Zustand im Bezirk Meidling. Aus seiner Sicht handle es sich um einen „Meidlinger Schandfleck“, der umgehend beseitigt werden müsse. Aus Sicht der FPÖ sei besonders problematisch, dass auf der Gedenktafel eine kritische Kontextualisierung fehle. „Die Stadt Wien darf keinen Ort schaffen, an dem ein Diktator und Massenmörder ohne kritischen Kontext hervorgehoben wird“, betonte Brucker dazu.
Die Freiheitlichen werfen der rot-pinken Stadtregierung zudem vor, bei anderen erinnerungspolitischen Projekten schnell und mit großem Mitteleinsatz zu handeln. Als Beispiel nennen sie die Umgestaltung des Denkmals für den ehemaligen Wiener Bürgermeister Karl Lueger. „Während SPÖ-Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler beim Lueger-Denkmal 500.000 Euro Steuergeld zum Fenster hinauswirft, damit es um 3,5 Grad gekippt wird, ist sie beim Stalin-Denkmal auf Tauchstation“, so Brucker.
Gemeinderatsanfrage soll Klarheit bringen
Um den aktuellen Stand der Dinge offenzulegen, haben Krauss und Brucker eine formelle Anfrage im Gemeinderat gestellt, wie unzensuriert berichtet. Darin verlangen sie Informationen über den Fortschritt der rechtlichen Überprüfung, mögliche Gespräche mit dem Eigentümer des Hauses, die zu erwartenden Kosten, den technischen Aufwand und einen konkreten Zeitplan. Ob und wann tatsächlich eine Entscheidung über die Zukunft der Stalin-Gedenktafel in Wien-Meidling getroffen wird, ist damit weiterhin offen.




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