Landtagswahl in Niederösterreich:

Drei Fragen an Landbauer (FPÖ): „Die letzten Jahre waren an Inkompetenz und Chaos nicht zu überbieten“

Vor knapp zwei Wochen gab der FPÖ-Politiker Udo Landbauer bekannt, dass er Niederösterreichs Landeshauptmann werden möchte. Freilich hat mit ihm über die bevorstehenden Wahlen und über Verfehlungen der Regierung in den aktuellen Krisen gesprochen.
Interview von Redaktion
3.12.2022
/
2 Minuten Lesezeit
Drei Fragen an Landbauer (FPÖ): „Die letzten Jahre waren an Inkompetenz und Chaos nicht zu überbieten“
FPÖ Landespartei- und Klubobmann im NÖ Landtag Udo Landbauer© FPÖ NÖ

Freilich: Herr Landbauer, die ÖVP stellt seit dem zweiten Weltkrieg durchgängig die Landeshauptleute in Niederösterreich und errang beim letzten Mal eine absolute Mehrheit. Nun stellen auch Sie den Anspruch auf den Landeshauptmann-Sessel. Warum braucht es einen frischen Wind in Niederösterreich – und in welchen Konstellationen könnte sich eine Landesführung jenseits der Volkspartei ausgehen?  

Udo Landbauer: Johanna Mikl-Leitner handelt zukunftsvergessen und verantwortungslos. Die ÖVP hat bei den wichtigsten Themen der Bevölkerung versagt. Sei es Corona, die Preisexplosion oder beim Asylchaos. So kann und darf es nicht weitergehen. Ich will ein Niederösterreich, in dem Sicherheit, Wohlstand und Anstand unser Wertefundament sind. Dafür braucht es nur Mut und Entschlossenheit. Ich habe diesen Mut und diese Entschlossenheit. Es ist Zeit, entschlossen gegen die Rekordteuerung zu kämpfen, das Asylchaos zu beseitigen und den Sumpf der strukturellen Korruption trockenzulegen.

Corona-Diktat samt Impfpflicht-Fiasko, ausufernde Teuerung, eine neue Asyl-Krise: Die schwarz-grüne Bundesregierung, aber auch Landeshauptfrau Mikl-Leitner machen in diesen Lagen keine gute Figur. Wäre es vermessen, von einem Totalversagen zu sprechen – und was konkret würde oder könnte ein Landeshauptmann Landbauer anders machen?  

Totalversagen ist noch freundlich ausgedrückt, die letzten Jahre waren an Inkompetenz und Chaos nicht zu überbieten. Es wurden Milliarden verprasst und Günstlinge fürstlich entlohnt. Und genau dieses Geld fehlt nun im Kampf gegen die Teuerung. Einer Impfpflicht hätte ich nie zugestimmt, für mich stehen die Freiheit und Selbstbestimmung unserer Landsleute an erster Stelle. Bei der Teuerung gilt es rasch und unkompliziert gezielt zu helfen, anstatt die Bürokratie ausufern zu lassen. Um das Asylchaos zu beenden, heißt es nun: Grenzen schließen, Illegale aufhalten, Asylstraftäter abschieben und das Ziel der Nullzuwanderung verfolgen.

Unmittelbar vor dem letzten Urnengang fuhren mehrere Medien eine Schmutzkübelkampagne gegen Ihre Person. Umgekehrt pocht ausgerechnet die skandalumwobene Volkspartei nun auf ein Fairnessabkommen. Inwiefern ist ein Zudecken der ÖVP auf der einen – aber auch weiteres „Dirty Campaigning“ gegen die aufstrebende FPÖ auf der anderen Seite zu erwarten?

Dass ausgerechnet die ÖVP Niederösterreich eine Vertrauensallianz aus der Taufe heben möchte, spricht für ihre Ohnmacht. Die ÖVP hat in der Vergangenheit oft in den Schmutzkübel gegriffen, aber auch die Wahlkampfkostenobergrenze maßlos überschritten. Ein fairer Wahlkampf ist selbstverständlich. Wir brauchen diese Methoden nicht, es reicht Johanna Mikl-Leitner den Spiegel vorzuhalten. Ich stehe für einen Neuanfang und Hoffnung.

Herr Landbauer, vielen Dank für das Gespräch!


Zur Person:

Udo Landbauer ist FPÖ Landespartei- und Klubobmann im NÖ Landtag und seit Juni 2021 auch stellvertretender Bundesparteiobmann der Freiheitlichen. Der in Niederösterreich geborene Politiker tritt bei den Landtagswahlen im Jänner an, um Landeshauptmann zu werden.