Landtagswahl in Niederösterreich:

„Deutschland 2050“: Gründungsseminar in Reinbek

Die konservative Denkfabrik Deutschland 2050 veranstaltete am 7. November 2022 ein Gründungsseminar unter den Fragestellungen: „Was wünschen wir diesem Land? Was können wir selbst dazu beitragen?“ Als Redner sprachen Maximilian Krah, Martin Reichhardt, Sebastian Maack und Christian Pohl.
Jonas Greindberg
/
9.11.2022
/
2 Minuten Lesezeit
„Deutschland 2050“: Gründungsseminar in Reinbek
Maximilian Krah bei der Eröffnungsrede zur Denkfabrik Deutschland 2050 im Festsaal des Schlosses ReinbekJonas Greindberg

„Konservatismus ist wie das Straßburger Münster. Konservatismus ist ein Generationenprojekt, in welchem sich die Kultur eines Volkes auf Grundlage einer gemeinsamen Geschichte und geteilter Werte fortentwickelt.“ Mit diesen Worten begrüßte Maximilian Krah die 70 Teilnehmer zum Gründungsseminar der konservativen Denkfabrik Deutschland 2050, zu welchem die Desiderius-Erasmus-Stiftung von Schleswig-Holstein geladen hatte.

Was ist Heimat?

Anders als der „links-grüne Mainstream“, so der sächsische EU-Abgeordnete der AfD weiter, betrachten Konservative die Natur des Menschen nicht als problematisch. Während Grundschullehrerinnen Kindern im Zuge der LGBTQ-Bewegung Unsicherheit am eigenen biologischen Geschlecht einflößten, akzeptiere der Konservative den Menschen, wie er sei. Der Konservative glaube zudem, dass die kulturelle Prägung des Menschen durch Sprache, Gepflogenheiten und Werte seines Volkes erst Sicherheit und Vertrauen ermögliche. Eine Gesellschaft, die dieses Gesamtkunstwerk durch Masseneinwanderung transformiere, zerstöre damit die Grundlage von Geborgenheit und Heimat.

Gegen diesen Heimatbegriff hatten die Hamburger „Omas gegen Rechts“ zuvor am Eingang des Schlosses eine Gegendemonstration abgehalten. Um in den Arkadenhof des Renaissance-Schlosses zu gelangen, durchliefen die Seminarteilnehmer unter Brüllen und Trillerpfeifen ein Spalier von etwa 70 Omas und weiteren Gegendemonstranten.

Gestalten statt Meckern

Wieder im Reinbeker Schlosses forderte Krah unter der mächtigen Holzbalkendecke des Festsaales, dass der Konservative „an der Spitze des Fortschritts“ marschieren müsse. Um diesen Gestaltungsanspruch zu erfüllen, müsse Deutschland in Sachen Energieversorgung und Technologie unabhängiger werden. Leider sei die Bundesregierung nicht gewillt oder fähig, mit seinen westlichen Partnern eine Aufklärung des Anschlags auf Nord Stream 2 herbeizuführen. Nichts unterstreiche den Vasallenstatus Deutschlands besser, als die Entscheidung, mit dem Bundeswehr-Sondervermögen für 40 Mrd. Euro US-Tarnkappenjets zu bestellen. Nur durch ein „raus aus dem Meckern“ und eine Besinnung auf die Innovationskraft des deutschen Bildungsbürgertums könne ein menschenfreundlicher Gestaltungsanspruch gegen das „links-grün-menschenfeindliche Weltbild“ entstehen.

Familien wieder wertschätzen

Im Anschluss an Krahs Vortrag ergriffen die Referenten Martin Reichardt (AfD Sachsen-Anhalt), Sebastian Maack (AfD Berlin) und Christian Pohl (AfD Hamburg) das Wort. Maack konstatierte, dass die Geburtenrate in Deutschland derzeit bei 1,5 liege. Um die „demografische Katastrophe“ einer vergreisenden Gesellschaft zu vermeiden, so der Leiter des AfD-Bundesfachausschusses für Familie und Demografie, müsse die Geburtenrate auf mindestens 2,1 erhöht werden.

Diese „innovative Zukunftsaufgabe“ könne nur in einer Gesellschaft gemeistert werden, die jungen Eltern nicht nur finanzielle Anreize setze, sondern auch gesellschaftliche Anerkennung zolle. Je früher und je mehr Kinder ein Paar bekomme, „desto besser“.

Die Desiderius-Erasmus-Stiftung Schleswig-Holstein plant demnächst ein Folgeseminar auszurichten. Hier sollen die Seminarteilnehmer gemeinsam mit den Referenten in Arbeitsgruppen einen konservativen Gegenentwurf zur „links-grünen Ideologie“ erarbeiten. Die Arbeitsgruppen werden leiten: Maximilian Krah für Außenpolitik, Sebastian Maack für Demografie, Martin Reichardt für Demokratie und Christian Pohl für konservative Ethik.