Hamburg. – Seit Beginn des Ukrainekriegs sind Hunderttausende Menschen nach Deutschland gekommen. Auch Hamburg zählt zu den zentralen Aufnahmestandorten. Aktuell leben dort 42.603 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit, wie aus der Antwort des Senats auf eine Große Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht. Die Zahlen zeichnen ein differenziertes, in Teilen aber auch brisantes Bild. Während Tausende Geflüchtete Arbeit suchen, sind die städtischen Unterkünfte nahezu ausgelastet. Gleichzeitig weist die Polizeiliche Kriminalstatistik mehrere tausend Tatverdächtige mit ukrainischer Staatsangehörigkeit aus.
96,8 Prozent Auslastung der Unterkünfte
Zum Jahresbeginn waren 9.370 Ukrainer in öffentlich-rechtlichen Unterkünften untergebracht. Die Auslastung des gesamten Systems lag Ende Dezember 2025 bei 96,8 Prozent. Seit Beginn des Krieges haben sich zudem 23.893 Personen bei der Registrierung als privat untergebracht gemeldet. Allerdings wechselten 4.826 Menschen später wieder aus privatem Wohnraum in staatliche Unterkünfte. Wie viele von ihnen inzwischen nicht mehr in Hamburg leben, lässt sich den Daten nicht entnehmen.
6.304 arbeitslos, 3.324 in Beschäftigung
Wie die Zahlen weiter zeigen, waren im Dezember 2025 insgesamt 6.304 ukrainische Staatsangehörige in Hamburg arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig nahmen 4.094 Personen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil. Im Verlauf der Jahre 2024 und 2025 nahmen schrittweise immer mehr Ukrainer eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf. Während es im Juni 2024 noch 2.558 Personen waren, stieg die Zahl bis Dezember 2024 auf 3.161 und bis Juni 2025 auf 3.324.
Ein erheblicher Teil der erwerbsfähigen Ukrainer bezieht Leistungen nach dem SGB II. Laut der Anfragenbeantwortung waren im September 2025 insgesamt 14.411 erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit ukrainischer Staatsangehörigkeit registriert.
PKS: 2.283 Tatverdächtige im Jahr 2024
Neben der Unterbringung und der Arbeitsmarktintegration wirft auch die Entwicklung der Kriminalitätszahlen Fragen auf. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es im Jahr 2024 insgesamt 2.283 Tatverdächtige mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 1.245. Die Schwerpunkte lagen insbesondere bei Diebstahlsdelikten: Es wurden 1.090 Tatverdächtige im Jahr 2024 und 613 im ersten Halbjahr 2025 registriert. Hinzu kamen 642 Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit im Jahr 2024 sowie 373 im ersten Halbjahr 2025. Im Bereich Betrug wurden 327 Tatverdächtige im Jahr 2024 und 177 im ersten Halbjahr 2025 erfasst.
Der AfD-Abgeordnete Eugen Seiler übt deutliche Kritik an der aktuellen Situation: „Rot-Grün hat die Lage nicht im Griff“, warnt er in einer Aussendung. Anstelle funktionierender Integration sehe man „überlastete Unterkünfte, misslingende Arbeitsmarktintegration und eine hohe Kriminalitätsbelastung durch ukrainische Flüchtlinge“. Die „de facto Einwanderung ukrainischer Flüchtlinge ins Bürgergeld statt Asylbewerberleistungen“ sei „grundfalsch“ gewesen.



Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!